Adventsandacht
Bibeltext: 1 Ein Psalm
Davids. Der HErr sprach zu meinem HErrn: Setze dich zu meiner
Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege. 2 Der
HErr wird das Zepter deines Reichs senden aus Zion. Herrsche
unter deinen Feinden! 3 Nach deinem Sieg wird dir dein
Volk williglich opfern in heiligem, Schmuck. Deine Kinder werden
dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte.
4 Der HErr hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen;
Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedechs. 5 Der
HErr zu deiner Rechten wird zerschmeißen die Könige zur Zeit
seines Zorns. 6 Er wird richten unter den Heiden; er
wird große Schlacht tun; er wird zerschmeißen das Haupt über
große Lande. 7 Er wird trinken vom Bach auf dem Wege;
darum wird er das Haupt emporheben.
Geliebte Brüder und Schwestern in Jesus Christus!
Mit welchem Dienst oder Amt hilft uns der Sohn Gottes aus Sünden hilft und macht uns selig?
Jesus hat ein prophetisches Amt, d.h. er verkündigt Gottes Wort.
Darum spricht Gott der Vater vom Himmel über Jesus: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! (Matth. 17,5).
· Jesus hat ein hohespriesterliches Amt, d.h. er bringt das Opfer für Sündenschuld.
Wir hören: Christus hat uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer (Eph 5,2).
· Jesus hat ein königliches Amt, d.h. er regiert und schützt.
Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin!" (Matth. 21,5).
Vom königlichen und hohenpriesterlichen Amt Christi weissagt auch unser Psalm, den David 1000 Jahre vor Christi Geburt niedergeschrieben hat.
Jesus Christus ist unser Priester und König
1. Er opfert und regiert,
2. er sorgt und beschützt.
1. Der König und Priester, Jesus Christus, opfert und regiert
David schreibt: Der HERR sprach zu meinem HERRn...
Der HERR, also Gott der Vater, sprach zu meinem HERRn...
Wer ist Davids HERR neben Gott dem Vater?
Es ist der HERR, von dem Gott ihm sagte: Wenn nun deine Zeit hin ist, dass du mit deinen Vätern schlafen liegest, will ich deinen Samen nach dir erwecken, der von deinem Leibe kommen soll, dem will ich sein Reich bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will den Stuhl seines Königreiches bestätigen ewiglich (2.Sam. 7,12.13).
Einer also sollte geboren werden aus dem Geschlecht Davids, wenn David bereits gestorben ist.
Ein ewiges Königreich sollte der Nachkomme haben.
Davids Reich ging unter; der Tempel, den sein Sohn Salomo baute, wurde zerstört.
Der ewige königliche Nachkomme Davids ist Jesus Christus, das Haus, das er baute ist der geistliche Tempel, die Kirche, zusammengefügt aus lebendigen Bausteinen, aus Gläubigen (Eph. 2,19ff.; 1.Petr. 2,5).
Der HERR, Gott der Vater, sprach zu meinem HERRn, also zu Gott dem Sohn, zu Davids HERR, der auch unser HERR ist, Jesus Christus...
Auch ein anderer Vers in unserem Psalm zeigt, dass David von Gottes Sohn spricht: Der HERR hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.
Über Melchisedek berichtet uns Mose Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten. Und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde besitzt... (1.Mose 14,18.19)
Im Brief an die Hebräer lesen wir: Melchisedek gleicht dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit (Hebr. 7,1-3).
Von Melchisedek ist nicht bekannt, wann und wo er geboren wurde und starb - JESUS ist Priester ewiglich, ohne Anfang, ohne Ende.
Melchisedek ist König von Salem/ des Friedens und heißt König der Gerechtigkeit - Jesus ist der Friedefürst (Jes. 9,5)
Christus ist König und Priester, er opfert und regiert
Auf unseren Hohenpriester, Jesus der Christus, weisen alle den alttestamentlichen Priester mit ihrem Opfern hin.
Sie hielten die Hoffnung und Sehnsucht in den Gläubigen auf das einzigartige Opfer des Christus wach und versöhnten das Volk mit Gott kraft des Blutes Christi, der kommen sollte.
Dennoch ist Christus von Melchisedek und allen anderen Priestern Gottes der alten Zeit himmelweit geschieden, denn sie mussten zuerst ihre eigene Schuld sühnen (Hebr.5,3).
Dieser aber, da er hat ein Opfer für die Sünden geopfert, das ewiglich gilt, sitzt er nun zur Rechten Gottes. Denn mit einem Opfer hat in Ewigkeit vollendet, die geheiligt werden. (Hebr. 10,12).
In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade (Eph. 1,7).
Der König und Priester, Jesus Christus, opfert und regiert
Vor Pilatus bezeugt Jesus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König (Joh. 18,36).
Durch Leiden und Sterben für uns elende Sünder schuf er sein Gnadenreich, zu dem alle gehören, die durch sein Wort an ihn glauben.
Seit Melchisedek hat es dies nie wieder gegeben, dass Königtum und Priestertum in einem vereinigt sind!
Darum betont Gottes Wort: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel... (Hebr. 8,1), wie auch der Apostel schreibt: ...welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns (Röm. 8,34).
In gleicher Majestät lebt unser Priester, unser Erlöser, mit dem Vater und dem Heiligen Geist.
Er ist Teil der ewigen dreieinigen Majestät Gottes, wie geschrieben steht: Alle sollen den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren... (Joh. 5,22); Wer mich sieht, der sieht den Vater. (Joh. 14,9); Ich und der Vater sind eins (Joh. 10,30)
Der König und Priester, Jesus Christus, opfert und regiert.
2. und er sorgt und beschützt.
Unser Psalm spricht davon, wie Christus uns zugute unsere Feinde besiegt, uns aus der Gewalt Satans befreit und immerzu für die Seinen sorgt.
Sünde, Tod, Teufel, Verdammnis liegen besiegt zu Jesu Füßen: Er hat seine Füße zum Zeichen des Sieges auf sie gesetzt wie auf einen Schemel, d.i. eine Fußbank.
So heißt es auch im Psalm: Herrsche mitten unter deinen Feinden!
Er ist höher als jede Macht; er ist der König der Könige und HERR aller Herren, dem alle Feinde zu Füßen liegen müssen, selbst der Teufel.
Ihn hat er besiegt, wie DAVID weissagt: Er wird zerschmeißen das Haupt über das große weite Land.
Christus lässt die Seinen nicht allein, nachdem er sie erlöst hat, sondern er regiert uns als ein gerechter König; er sorgt sich um uns und beschützt uns auch.
So beten wir: Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen gegenüber denen, die sich gegen deine rechte Hand erheben. Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun, vor meinen Feinden, die mir von allen Seiten nach dem Leben trachten (Ps. 17,7-9).
Alle Anfechtung, alle Trübsal und jede Träne seiner Kinder zählt er und wird sie rächen.
Es stehe Gott auf, dass seine Feinde zerstreut werden, und die ihn hassen, vor ihm fliehen. Vertreibe sie, wie der Rauch vertrieben wird; wie das Wachs zerschmilzt vom Feuer, so müssen umkommen die Gottlosen vor Gott. Die Gerechten aber müssen sich freuen und fröhlich sein vor Gott und von Herzen sich freuen. Singet Gott, lobsinget seinem Namen! Machet Bahn dem, der durch die Wüste herfährt -er heißt HERR-, und freuet euch vor ihm, der ein Vater ist der Waisen und ein Richter der Witwen. Er ist Gott in seiner heiligen Wohnung, ein Gott, der den Einsamen das Haus voll Kinder gibt, der die Gefangenen ausführt zu rechter Zeit und lässt die Abtrünnigen bleiben in der Dürre (Ps. 68,2-7).
Einen solchen Heiland haben wir: einen priesterlichen König - einen königlichen Priester - der ewiglich bleibt, der uns nie verlässt, der uns regiert, uns umsorgt und beschützt.
Er sammelt sich weiter ein Volk aus den Verlorenen.
Im Psalm heißt es: Deine Kinder werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte.
Unser priesterlicher König hat sich sein Volk geschaffen.
Nicht mit Gewalt, nicht mit Zwang, sondern durch sein Opfer hat er uns für sich gewonnen, durch sein Wort bekehrt und erneuert.
Das geschieht still in den Herzen - es ist wie beim Tau in der Morgenröte! -still und leise kommt er.
Verborgen geschieht die Wiedergeburt: aus Feinden Christi werden Kinder Gottes; aus solchen, die die Sünde liebten und dem Teufel dienten, solche, die Christus lieb haben und Gott dienen.
David singt davon: Nach deinem Sieg wird dir dein Volk williglich opfern in heiligem Schmuck.
Was ist dein Schmuck, lieber Christ?
Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid...
In diesem Ehrenkleid kannst auch du herrschen mitten unter deinen Feinden, d.h. du wirst aus Christi Kraft schöpfen und immer mehr das sündige Wesen verleugnen können.
Du wirst auch herrschen können, wenn ein Stärkerer kommt und dein Herz seinen letzten Schlag tut, ja du wirst mit deinem Jesus auch den bitteren Tod überwinden und eingehen in deines HERRn Freude.
Denn dein König und Priester hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium (2.Tim. 1,10). Amen.