Predigt am 2. Advent
Und es werden Zeichen geschehen an Sonne
und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein,
und sie werden zagen, und das Meer und die Wassermengen werden
brausen, und Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor
Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der
Himmel Kräfte werden sich bewegen.
Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung naht.
Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume: wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr: wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.
Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wach allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. (Lukas 21,25-36)
Die letzte Zeit dieser Welt, die "Endzeit"
hat begonnen, als Gott ein Mensch wurde, um all die Weissagungen
des alten Bundes vom kommenden Messias zu erfüllen. Wir haben im
Evangelium gehört, wie unser HERR Christus die Bedrängnisse und
Leiden ankündigt. Sie begannen mit der Zerstörung Jerusalems im
Jahre 70 n. Chr. und nehmen seitdem ihren Fortgang - bis auch die
letzte seiner Weissagungen erfüllt ist; und dann wird das Ende
kommen.
Davon weissagte auch der Prophet Daniel (um 6000 v. Chr.) und sprach: "Zur selben Zeit wird der große Fürst Michael, der für die Kinder deines Volkes steht, sich aufmachen. Denn es wird eine solche trübselige Zeit sein, wie sie nicht gewesen ist, seitdem Leute gewesen sind bis auf diese Zeit. Zur selben Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. Und viele, so unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen: etliche zum ewigen Leben, etliche zu ewiger Schmach und Schande." (Dan. 12,1.2).
Noch leben wir in der Gnadenzeit des Neuen Bundes, noch ist Zeit zur Buße, noch hat jeder von uns Gelegenheit, die Mahnung Jesu zu befolgen: "So seid nun wacker (d.h. wachsam) allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn." (Luk. 21,36).
Jesus Christus, der wahre Mensch und Gott, des "Menschen Sohn", wie der Prophet Daniel ihn nennt (Dan. 7,13), wird "kommen zu richten die Lebendigen und die Toten".
Am Jüngsten Tag, wenn Gericht gehalten wird, ist die Gnadenzeit vorüber: Wie Christus jetzt noch die Sünder zu sich ruft und bittet, wie er einlädt und jeden Menschen durch den Glauben zu Gottes Kind machen will, so wird er dann die Tür zur Gnade schließen, wie die Tür der Arche Noahs, als der Tag des Zorns gekommen war (1.Mose 7,16).
Wer sie nicht genutzt, wer leichtfertig gelebt hat und leichtsinnig mit Gottes Wort umgegangen ist, ohne Buße zu tun, für den wird es dann zu spät sein.
Obwohl Gottes Wort mahnt, dieser Tag komme unverhofft, wie ein Dieb in der Nacht (1.Thess. 5,2; 2.Petr. 3,10), gehen diesem letzten Tag eindeutige Hinweise auf das nahe Ende voraus: Zeichen der letzten Zeit.
Jedoch nur derjenige wird diese Zeichen mit der Nähe des Jüngsten Tages in Verbindung bringen, der dem Wort Gottes glaubt.
Und ein solcher gläubiger Christ, wird daran denken, daß dem Jüngsten Tag die Erfüllung der Verheißung Gottes folgen wird: "Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, daß man der vorigen nicht mehr gedenken wird noch sie zu Herzen nehmen." (Jes. 65,17).
Christus spricht von den Zeichen der letzten Zeit: "Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung naht." (Luk. 21,28).
Darum gehen Christen dem Jüngsten Tag entgegen
1. mit Freude über ihre nahe Erlösung und
2. in täglicher Bereitschaft.
1. Christen gehen dem Jüngsten Tag entgegen mit Freude über ihre nahe Erlösung.
In der letzten Zeit vor dem Jüngsten Tag wird die gesamte Schöpfung der Wiederkunft Christi dienen und auf sie hinweisen: "Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und sie werden zagen, und das Meer und die Wassermengen werden brausen, und Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen."
Was Gott der HERR durch sein Allmachtswort erschaffen, was er bis hierher erhalten und regiert hat, das wird auf seinen Befehl hin alles vergehen. Was die Menschen in unermüdlicher Anstrengung geplant, gebaut, bewundert und bewahrt haben, wird alles einmal ihren Händen entgleiten und unwiederbringlich zerstört werden. Darum werden sich Angst und Schrecken unter ihnen ausbreiten, auch wenn sie vorher noch so sicher und selbstbewußt dahinlebten.
Nach Jesu Worten werden "die Menschen verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen." Weil sie nicht wissen, was diese Dinge zu bedeuten haben, wird der Satan sie leicht in große Furcht und Verzweiflung stürzen können, denn ihr gesamtes Lebensfundament gerät ins Wanken. Was aber den einen eine "Zeit der Angst" und am Ende "ein Tag des Schreckens" sein wird, kann den erlösten Kindern Gottes keinerlei Furcht einflößen, denn ihr HERR sagt: "Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung naht.... wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist."
Unsere Hoffnung wird erfüllt werden und aller Spott der Ungläubigen wird am Tag der Erscheinung unseres HERRn Christus ein Nichts sein. Auch wenn alles Irdische vor unseren Augen vergehen muß, so wird unsere Freude um so mehr auf das Ewige wachsen. Warum? Weil unseren Augen bald sichtbar werden wird, wonach sich unsere Herzen im Glauben an Christus das ganze Leben über gesehnt hatten: "Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit."
Alle werden den Sohn Gottes als einen verklärten Menschen vom Himmel herabkommen sehen "von Gnaden stark von Wahrheit mächtig". Doch nur die wahren Gläubigen werden in unaussprechlichen Jubel ausbrechen und ihre Herzen werden überströmen von mächtiger Freude - weil es endlich -- endlich so weit ist: Der HERR kommt! Dann wird sich an uns und allen Gläubigen in Christus erfüllen: "Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein." (Psalm 126,1.2).
Darum ruft der HERR schon jetzt den Seinen zu: "Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung naht."
Luther sagt dazu: "Was heißt eure Erlösung? Du leidest jetzt noch unter der Gewalt des Teufels (der ja all seine Macht und Tücke gegen dich richtet), wirst von der Welt bedrängt und unterdrückt, steckst in vielerlei Gefahr und Not, und daraus kannst du dir nicht selbst helfen, auch kein anderer Mensch. Du wirst von deinem HERRn Jesus Christus selbst los und ledig gemacht und dahin gebracht werden, wo du über Teufel, Welt und Tod ein Herr sein wirst, daß dir alles zu Füßen liegen müsse. [Das heißt deine Erlösung.]"
Den Ungläubigen, den Schein- und Namenschristen, den Heuchlern und falschen Propheten bleibt dieser Trost verschlossen: Sie werden erschrecken und sich entsetzen müssen. Denn es sind ja allein die Herzensgläubigen, die sich nach ihrer Erlösung sehnen und nach dem Tag ihrer Heimsuchung. Sie beten ja auch darum, daß er bald kommen möge. "Wenn du diesen Tag nicht begehrst, wirst du niemals das Vaterunser [von Herzen] beten können: Dein Reich komme! und Erlöse uns von dem Übel!. Auch das Glaubensbekenntnis wirst du dann nicht [von Herzen] sprechen können. Denn wie könntest du sagen: Ich glaube eine Auferstehung der Toten und ein ewigen Leben.. Wenn du es gar nicht willst?" (Luther)
Und der Kirchenvater Cyprian spricht: "Wem sollte gefallen, hier zu leben in diesem schändlichen Wesen, wo wir nichts anderes sind als einer, der in einem Ring stehen muß, wo alle Schwerter und Spieße auf ihn zielen?" Jesus zeigt uns die Herrlichkeit unserer Erlösung noch deutlicher: "Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume: wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr: wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist."
Wie in der Natur die sprießenden Knospen den nahenden Sommer verkünden, so predigen die "Zeichen der letzten Zeit" die Nähe der Erlösung von allem Bösen. Die Freude über die Erlösung von Sünde, Anfechtung, Versuchungen aller Art, von Schwermut und vielen äußeren Bedrängnissen, ja von aller Not an Leib und Seele läßt den wahren Christen zuversichtlich und fröhlich dem Jüngsten Tag entgegengehen. Dann werden auch Verfolgung, Spott, Bedrängnisse und Leid, Krankheit und Schmerzen, Trübsal und Angst von unserem HERRn zerstört werden, wie der eisige Winter vergeht, wenn der Sommer ihn verdrängt.
Ja, darum gehen Christen dem Jüngsten Tag entgegen mit Freude über ihre Erlösung und stehen
2. in ständiger Bereitschaft
Wie eine sehnsüchtig wartende Braut, deren Bräutigam sein Kommen angekündigt hat, warten sie bewußt und freudig auf IHN. Weil sie den genauen Zeitpunkt seiner Ankunft nicht kennen, ja harren sie jeden Tag und rechnen damit, daß er endlich bald eintrifft. Die Braut wird einfach bei jeder Beschäftigung, in jeder Stunde des Tages wieder daran denken: Bald kommt er; er hats ja versprochen! Ihr ganzes Denken und Handeln, ja ihr ganzes Wesen wird von dieser sehnsuchtsvollen Liebe bestimmt, die die Antwort auf seine nimmermüde tiefe Liebe ist. Die Braut ist bereit. Jeder Laut von der Straße, jedes Geräusch nahender Schritte, läßt den Gedanken im Herzen aufflammen: Er könnte es sein!
So auch bei den Gläubigen: Nehmen sie auch nur eins der geweissagten Zeichen wahr, so erinnern sie sich: Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all unsre Klag und Weinen verwandeln all in Freud. Jedes von Christus geweissagte Zeichen ist für uns Christen wie eine sich entfaltende Frühlingsknospe, die uns die Freuden des nahen Bräutigams predigt.
Aber welche Zeichen sind es, die uns den Jüngsten Tag und damit Jesu Kommen ankündigen? Der HERR sagt: "Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und sie werden zagen, und das Meer und die Wassermengen werden brausen, und Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen."
Sonne und Mond werden ihren Schein verlieren wird uns bei Matthäus offenbart. Das sind die Zeichen an den Himmelskörpern. Wie werden sie geschehen? Sie werden sich so entfalten, daß dadurch Gottes an Noah Verheißung nicht hinfällig wird: "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." (1.Mose 8,22).
Sonne und Mond werden also ihren Schein verlieren ohne daß dadurch Tag und Nacht beeinflußt werden. Darum fassen wir diese Ankündigung Jesu mit den Vätern so, daß wir darunter Sonnen- und Mondfinsternisse verstehen. Unter dem "Fallen der Sterne vom Himmel" (Matth. 24,29) erahnen wir das Phänomen der Sternschnuppen. So wie also der Regenbogen für die Ungläubigen nichts weiter als ein gewöhnliches Naturereignis, uns aber seine nähere Bedeutung durch Gottes Wort bekannt ist, so predigen uns die Zeichen an den Gestirnen Christi Wiederkunft.
"Die Kräfte des Himmels werden sich bewegen."
Luther schreibt hierzu: "Der Lauf des Himmels ist von Ewigkeit darauf gerichtet, daß er vor diesem Tag sollte Zeichen machen. Es geschehen nun solche Zeichen am Himmel natürlicher oder unnatürlicher Weise, so sind sie gleichwohl Zeichen, dazu von Gott geordnet, daß sie der Welt etwas bedeuten. So können sich nun auch (besondere wenn es bald am Ende ist) viel seltsame, ungewöhnliche begeben, wie seltsame Regenbogen und andere Zeichen, Kreuz zwei oder drei Sonnen, ... Kometen... feuriger Himmel, blutrote Sonne u.s.f."
Wie es auch immer sein wird: Wir werden es -wenn Gott will- noch erleben, denn Gott kann auch ganz außergewöhnliche, uns völlig bisher unbekannte Zeichen schaffen (wie zur Geburt Jesu ein besonderer Stern die Weisen zur Krippe führte). Von den Ungläubigen aber, die ohne Gottes Wort allein mit ihrer Vernunft urteilen, werden wohl diesen Zeichen keine Bedeutung beimesse. Es wird trotz dieser Zeichen so bleiben, wie Jesus sagt: "Darum seid ihr auch bereit; denn des Menschen Sohn wird kommen zu einer Stunde, da ihrs nicht meinet." (Matth. 24,44).
Die anderen Zeichen betreffen mehr die Luft, das Meer und alle anderen Gewässer, sowie den Erdboden: "...und das Meer und die Wassermengen werden brausen...". Das können Naturkatastrophen mit schweren Folgen sein, z.B. Hochwasser, Flutwellen, Taifune, Orkane, Wirbelstürme.
Zum Dritten nennt Jesus noch Zeichen an den Menschen: "...und auf Erden wird den Leuten bange sein, und sie werden zagen... und Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden"
Schließlich werden die auffälligsten Zeichen in der Natur und an den Gestirnen Entsetzen, Zukunfts- und Existenzangst, sowie die Erwartung noch furchtbarerer Dinge bei den Leuten hervorrufen. "Alle Kreatur, will Christus sagen, wird sich bewegen und diesem tag mit Zeichen dienen: Sonne und Mond mit Finsternis, ... die Völker mit Kriegen, die Menschen mit Angst und Furcht, die Erde mit Beben, die Wasser mit Orkanen, die Luft mit Gift."
Aber wer denkt z.B. Angesichts der folgenschweren Vergrößerung des Ozonloches, der steten Erwärmung der Erde und dem damit verbundenen Steigen der Ozeane, bei Erdbeben, bei der Ausbreitung der Wüstengebiete, bei Berichten über Naturkatastrophen an den Jüngsten Tag? Hören wir von Kriegen in aller Welt, von vielen Erdbeben und anderem, sind dann nicht auch wir versucht zu sagen: Das alles geschieht nicht häufiger, wir hören nur häufiger davon? Lassen wir uns von solchen Zeichen den wiederkommenden HERRn predigen oder gleichen wir uns in dieser Hinsicht nicht oft dem Denken der Masse an und hören auf unsere Vernunft?
Jesus will uns mit seinen Worten zu ständiger Bereitschaft helfen, damit wir uns gebührend auf das Ende dieser Welt vorbereiten. Wir sollen keine Angst bekommen und nicht mit den Ungläubigen in Furcht fallen, denn unsere Erlösung naht! So können wir Christen uns mit Gefangenen vergleichen, die unter scharfer Bewachung in einem widerlichen Gefängnis sitzen. Wenn diese Gefangenen nun "Zeichen ihrer Befreiung" hören, nämlich den Kanonendonner ihrer Verbündeten, die Gewehrsalven der Soldaten ihrer Heimat, wie sollten sie sich davor fürchten? Vom Entsetzen werden nur ihre Bedränger ergriffen. Der Donner der Geschütze wird in den Ohren der Leidenden wie die schönste Musik klingen.
So ergeht es uns Christen in dieser Welt, wenn wir die von Christus geweissagten Zeichen wahrnehmen. Zum Schluß hören wir noch zwei weitere Dinge, die zur ständigen Bereitschaft gehören: "Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen."
Bereit sein heißt nicht nur, wachsam die Zeichen der Zeit zu beachten, sondern schließt auch ein, alles zu meiden, was darin behindern könnte. Wer sich von Sorgen um die irdische Existenz das Herz einnehmen läßt, wer diese vergehende Welt mit ihren Scheinfreuden in sein Herz schließt, wird darüber den kommenden Bräutigam vergessen. Wir sollen unsere Herzen nicht beschweren, indem wir den zwar nötigen Dingen dieser Welt eine unnötig hohe Bedeutung beimessen. Unser Sehnsucht und unser Hoffen sollen auf ihn gerichtet sein, unser Harren allein ihm gelten. "So jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen." (2.Thess. 3,10b). "Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung." und "Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen." (Matth. 6,33)
Wir wollen uns nicht von Irdischem binden, sondern vielmehr unserer Sehnsucht nach dem Jüngsten Tag freien Lauf lassen. Denn alles Irdische wird vergehen, Jesu Worte, Jesu Segen, Jesu Gnade werden nicht vergehen. "So seid nun wacker und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn." Wir können uns nicht wach halten - Gottes Wort hält uns wach! Wir können uns auch nicht würdig machen, um vor dem Richter bestehen zu können. Würdig macht dich und mich allein die Gnade und Vergebung Jesu. Allein durch sein Opfer am Kreuz können wir Sünder diesem Jüngsten Tag zuversichtlich entgegenleben, daß uns dieser Tag nicht zum Fallstrick wird.
Aber im Glauben an IHN dürfen wir ganz getrost sein, denn: ..."wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist." (Luk. 21,31). "Es spricht, der solches bezeugt: Ja, ich komme bald. Amen, ja komm, HERR Jesu!" (Offbg. 22,20). Amen.
Judas 1,18-21: Ihr aber, meine Lieben, erinnert euch der Worte, die zuvor gesagt sind von den Aposteln unsers HERRN Jesu Christi, da sie euch sagten, daß zu der letzten Zeit werden Spötter sein, die nach ihren eigenen Lüsten des gottlosen Wesens wandeln. Diese sind es, die da Trennungen machen, Fleischliche, die da keinen Geist haben. Ihr aber, meine Lieben, erbauet euch auf euren allerheiligsten Glauben durch den heiligen Geist und betet, und erhaltet euch in der Liebe Gottes, und wartet auf die Barmherzigkeit unsers HERRN Jesu Christi zum ewigen Leben.
Diese Predigt wurde im Jahr 2000 verfaßt.
Verfasser: Pfarrer Martin Blechschmidt, Steeden a.d. Lahn -- Zuschriften
an Pfarrer Blechschmidt