Predigt am Vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (26. Sonntag nach Trinitatis)


Kollektengebet: Wir danken dir, HERR Gott himmlischer Vater, daß du dein heiliges Wort bis hierher unverfälscht erhalten und durch dasselbe unsere Seelen kräftig erbaut hast. Wir bitten dich, du wollest uns alles, was wir dagegen getan haben, gnädig vergeben und diesen teuren Schatz auch künftig unter uns erhalten, durch Jesum Christum, unseren HERRn. Amen.

Lied nach der Predigt: Lutherisches Kirchengesangbuch (LKG) Nr. 208 (Es ist gewißlich an der Zeit...)


Predigttext: Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.

Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: HERR, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset, oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget, oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: HERR, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder einen Gast oder nackend oder krank oder gefangen und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. (Matth. 25,31-46)

 

Herzlich geliebte Gemeinde, im Namen in Jesu Christi!

„Ich glaube an Jesus Christus, meinen Erlöser. Ich weiß es und vertraue auch darauf, dass er mir meine Sünde vergeben hat. Aber ich muss ja noch durch’s Jüngste Gericht. Ob da alles gut geht, weiß ja keiner“, so sprach ein Christ. Hat er recht?

Nein!

Hört, was Christus spricht: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurch gedrungen.“ Joh 5,24

Wer Jesus durch den Glauben zum Heiland hat, „der hat das ewige Leben“.

Wer Jesus durch den Glauben zum Heiland hat, „der kommt nicht in das Jüngste Gericht“.

Aber lehrt die Bibel nicht: „Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.“ 2.Kor 5,10

Was soll ich glauben? Komme ich nun in das Jüngste Gericht oder nicht?

Glaube beiden Worten! Denn wie du aus dem heutigen Evangelium hörst, kommst du in das Jüngste Gericht, aber nicht als ein Angeklagter.

Auch du musst offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, jedoch auf diesem Richterstuhl sitzt dein Heiland, der deine Schuld bezahlt hat!

Du wirst den Lohn für deine Taten empfangen, aber du wirst staunen: Von deinen bösen Gedanken, Worten und Werken wird keine Rede sein!

Denn der ewige Richter ist derjenige, von dem Gottes Wort dir sagt: „der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,.. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.“ Ps. 103,34.10.12

Du bekommst den Lohn für deine taten, aber nicht den Lohn, den du verdient hast, sonder den Lohn, den Christus am Kreuz für dich erkämpft hat.

Setzt du hier im Glauben deine Zuversicht auf Jesus, den Sohn Gottes, so kannst du ganz getrost dem Jüngsten Tag entgegen sehen.

Du darfst dich sogar auf ihn und das Jüngste Gericht freuen, denn mit seiner Rede im heutigen Evangelium nimmt dein HERR dir alle Furcht.

Ja, lebendige Christen dürfen sich auf den Jüngsten Tag freuen

1. denn auf dem Richterstuhl sitzt ER,
2. verkündet das Urteil und seine Begründung
3. und vollstreckt es.

 

Im rechten lebendigen Glauben darfst auch du dich auf das Jüngste Gericht freuen,

1. denn auf dem Richterstuhl sitzt dein HERR und Erlöser

„Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit.“ Mt 25,31

Als der Sohn Gottes das erste Mal in diese Welt trat, musste er schon als kleines Kind vor seinen Feinden fliehen.

Immerzu trachteten sie danach, dass sie ihn töten könnten (z.B. Joh. 5,18), bis der Evangelist berichtet: „Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte.“ Joh 19,17-18

Vom Jüngsten Tag aber heißt es: „Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben.“ Offb 1,7a

Schmach, Hohn, Spott und Tod hat Gottes Sohn uns zugute erduldet, hat sich um deinet- und meinetwillen erniedrigt.

Dann wird er sich nicht erniedrigen, seine göttliche Majestät nicht verhüllen, sondern wird kommen “in der Herrlichkeit seines Vaters mit dem heiligen Engeln”. Mk 8,38

Dann hat die Gnadenzeit ein Ende, dann wird es für viele zu spät sein!

Hatte der Engel bei seiner ersten Ankunft noch gesprochen: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude... denn euch ist heute der Heiland geboren...” Lk 2,10f., so wird er am Jüngsten Tag nur noch zu seinen Gläubigen sprechen: „Seid getrost; ich bin’s; fürchtet euch nicht!” Mk 6,50

Die anderen werden sagen zu den Bergen: „Fallt über uns!” und zu den Hügeln: „Bedeckt uns!” (Lk 23,30).

Was wird dann geschehen?

„Alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.“ Mt 25,32-33

Christus wird als wahrer Gott und Mensch in menschlicher Gestalt erscheinen und sich auf den Richterstuhl setzen.

Wir werden ihn, unser Fleisch und Blut, unseren Bruder und Freund sehen.

Die Märtyrer, die um seines Namens willen Verfolgten, die um des Glaubens willen Verspotteten und die um des Bekenntnisses willen Vertriebenen werden es handgreiflich erfahren und erleben: „Er wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.” Ps 37,6

Dann wird das alles sichtbare Wirklichkeit, worauf wir uns hier so gefreut haben, wo z.B. St. Paulus schreibt: „Wenn aber Christus, euer Leben sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit.” Kol 3,4

Die bisher unter der Decke der Schmach verborgene “Gemeinde der Heiligen”, die Kirche Jesu Christi, wird sichtbar werden!

Aus allen Nationen, Sprachen und Gemeinden wird die Schar der wahrhaft Gläubigen vor ihm versammelt sein.

Wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, wird Christus die wahren Herzens-Gläubigen aller Zeiten und Sprachen zu seiner Rechten  stellen, die Ungläubigen, Heuchler, falschen Lehrer und Scheinchristen zu seiner Linken.

Zu seiner Rechten stehen, von denen er spricht: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. Und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.” Joh 10,27f.

Sie haben sich in ihrem irdischen Leben zu Jesus bekannt: „Der HERR ist mein Hirte“ Ps 23,1f. und mit dem Apostel gesprochen: „Mein HERR und mein Gott“ Jh 20,28

Wenn also dieser Text unseren Blick auf das Jüngste Gericht und nun zuerst auf den Richterstuhl lenkt, dann erblicken wir dort unseren Heiland, den Menschensohn, den wahren Gott.

Du brauchst dich nicht zu fürchten, denn dort sitzt der, von dem es heißt: „Der HERR kennet die Seinen!” 2Tim2,19

Fragst du dich: Kennt er mich? Bin ich sein? - Bist du getauft? Lebst du täglich aus dem Wort deines Gottes? Vertraust du darauf, dass Gottes Sohn deine Sündenschuld bezahlt hat? Willst du gern selig werden? -nicht durch deine guten Taten, sondern durch Gottes Gnade, die er dir in Christus schenkt? Sprichst du: Ich glaube, HERR, hilf meinem Unglauben? -so sei ganz getrost: Du bist sein. Er erkennt dich als sein Eigentum.

Sein Wort über dich heißt: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Jes 43,1

 

2. Dann verkündet der ewige Richter das Urteil und die Begründung

Das Urteil lautet: „Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!“

Er begründet es so: „Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.” Mt 25,34-36

Das alles sind „Werke der Nächstenliebe”, wie Gott sie in den Geboten fordert!

Werden hier die Menschen entlohnt? Werden sie bewahrt vor der Hölle, weil sie so viel Gutes getan haben?

Nein! Keineswegs!

Diese ewige Wahrheit gilt auch und vor allem im Jüngsten Gericht: „…dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.” Röm 3,28

Wie kommt es dann, dass Christus im Gericht zu denen auf der rechten Seite nur von den guten Werken sprechen wird? -und nicht vom Glauben?

Wir lesen in der Bibel: „Denn der HERR sieht nicht auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.“ 1.Sam 16,7

Gerecht vor Gott wird ein Mensch “allein durch den Glauben”; das steht fest: „Sie werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.” Röm 3,23f.

Wohnt im Herzen der rettende Glaube, so sieht Gott auch die guten Werke des Menschen gnädig an, denn “sie sind in Gott getan”.

Doch keine einzige gute Tat wird dem etwas nützen, der nicht im selig machenden Glauben stand, denn „Was nicht aus dem Glauben kommt, das  ist Sünde.” Röm 14,23

Zur Linken Jesu werden Millionen stehen, die unzählig viel Gutes getan haben - und  doch wird er zu ihnen sprechen: Ihr Verfluchten, geht weg von mir in das ewige Feuer!

Warum?

Die Heilige Schrift lehrt: „Ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen.” Hebr 11,6, nur „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden.” Mk 16,16

Wer seine Zuversicht auf Jesus setzt und im lebendigen Glauben unter der Gnade steht, dessen gutes Handeln im Leben sieht Gott gnädig an und spricht: „Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters; ererbet das Reich...”

Der Richter begründet sein Urteil mit Werken des Glaubens, des Glaubens, der im Herzen verborgen ist und für uns Menschen nicht zu sehen - nur für Gott.

Er macht diesen verborgenen Herzensglauben offenbar an seinen Früchten, an den guten Werken.

Dass allein der rechte lebendige Glaube gute Werke vollbringen kann, lesen wir bei Paulus; er schreibt vom Glauben, „der durch die Liebe tätig ist“ Gal. 5,6.

Grübelst du, ob solche „Werke der Liebe” in deinem Leben vorkommen?

Was, du weißt keine?!

Tröste dich, die Gläubigen zur Rechten des Richters wissen sie auch nicht, wie Jesus spricht: „Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?“ “ Mt 25,37-39

Mit Erstaunen und freudiger Beschämung hören sie es, wie Christus antwortet: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.”

Das ist der Unterschied zu den Pharisäern und Werkheiligen auch unserer Zeit: Stehen sie vor der Frage, ob sie selig werden, so fangen sie an, gute Werke aufzuzählen.

Ja, sie meinen, sogar ihr jämmerlicher Glaube sei ein gutes Werk.

Warum jämmerlich? Weil ihr Glaube nur darin besteht, dass sie für möglich halten, dass es einen Gott gibt.

Gottes Wort sagt: Das glauben die Teufel auch und zittern dabei. Jak 2,19

Und weiter?

Wie zählt der Richter unsere unzähligen Sünden auf?

Werden wir dann alle unsere Missetaten hören - auch die ganz geheimen, die wir noch nie jemandem erzählt haben - außer Gott?

Wir werden von ihnen nichts mehr hören, kein Wort, keine Silbe!

Sie werden nicht genannt, denn sie sind vergeben, vergessen, mit dem Blut unseres lieben Heilandes bedeckt!

Wir werden nicht vor ihm stehen als beschämte Verurteilte, sondern das Wort Jesu werden wir erleben, wo er spricht: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.” Joh 5,24

Das Jüngste Gericht ist für den Christen kein Gericht mehr, in dem er sich verantworten muss, sondern ein Freudentag, an dem er das lebenslang ersehnte Wort hört: “Komm her, du Gesegneter meines Vaters; ererbe das Reich...”

Wie kommt das alles?

Es kommt daher, dass die eigentliche Gerichtsverhandlung schon stattgefunden hat mit all ihrer Grausamkeit, allem Zorn Gottes und allem Schrecken der Hölle. Wo?

Auf dem Hügel Golgatha, wo dein Erlöser -auch unter deiner Sündenlast- geschrien hat: “Es ist vollbracht!” Jh 19,30

Was aber ist mit den Ungläubigen zur Linken? Hat Jesus für sie nicht am Kreuz gelitten?

Doch, aber an ihnen wird das Wort wahr: „...wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.” Mk 16,16

Ihr eingebildeter Glaube, ihr Für-wahr-halten, dass es Gott gibt, kann ihnen nicht helfen.

Bis zu ihrem Tod erfanden sie tausend Entschuldigungen dafür, dass sie nicht ernst machen wollten mit ihm, im Grunde waren ihre Herzen nicht nur lau, sondern kalt gegen ihn und sein Evangelium.

Sie wollten sein Opfer nicht dankbar annehmen, nicht ernst machen mit ihm, ihm nicht gehorchen, ihm nicht wirklich nachfolgen.

Ihnen wird Christus zurufen: „Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!”

Dieses Urteil wird der König nicht einmal mit den groben Sünden ihres Unglaubens begründen: „Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen, und ihr habt mich nicht besucht.“ Mt 25,42-43

An ihren Unterlassungssünden wird der HERR ihren Unglauben erweisen: Ihr habt nicht getan, was ihr hättet tun sollen.

Ihr konntet es ja auch nicht tun, denn euch fehlte die Kraft des Glaubens und der Heilige Geist, den ihr von euch gestoßen habt.

Über den Sünden der Gläubigen ruht die Vergebung des Blutes Christi - auch über ihren Unterlassungssünden, auch über jedem bösen Gedanken, jedem bösen Wort.

Doch die Ungläubigen wollten sich nicht vom Heiligen Geist zum selig machenden Glauben entzünden, nicht vom Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, reinigen lassen. Ihnen war es nie ernst mit Jesus.


3. Wie aber wird der Richter das Urteil vollstrecken?

„Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.”

Es gibt kein Zurück! Gegen dieses Urteil kann keine Berufung eingelegt werden!

Darum: „Seht zu, liebe Brüder, dass keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott; sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es »heute« heißt, dass nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde… Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht… Hebr 3,1213.15

Das ist eine ernste Mahnung an jeden, die Zeit der Gnade nicht gedankenlos, lau und träge zu verscherzen.

Ein altes Sprichwort sagt: Der Tod ist gewiss, die Stunde ungewiss.

Darum folge beständig der freundlichen Stimme Christi, wie du sie im Evangelium hören kannst - du weißt nicht, wann deine Stunde kommt.

Lässt du dich von ihm beschenken und hängst im Glauben beständig an ihm, so sei auch getrost, wie der heilige Apostel schreibt: „Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“ Phil 1,6

„Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Treu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun.“ 1.Thess 5,23-24

Dazu helfe uns der gnädige und barmherzige HERR, dem sei Ehre und Lob und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen


Verfasser: Pfarrer Martin Blechschmidt, Steeden a.d. Lahn -- Zuschriften an den Verfasser