DER ANTICHRIST
Es gibt einen Antichrist: 1Joh 2,18
Der Antichrist ist ein Zeichen der letzten Zeit. Mit seinem Eintreffen ist der große Abfall verbunden. Bevor Christus wiederkommt, muß der Antichrist erscheinen: 2Thess 2,3
Wir unterscheiden nach den Aussagen der Heiligen Schrift den Antichrist im weiteren und den Antichrist im engeren Sinn.
1Joh 2,18: Hier werden alle Irrlehrer Antichristen genannt. Antichristen sind darum alle falschen Lehrer, weil in der Kirche Christi allein Gottes Wort gelehrt werden soll (Matth 28,20; Joh 8,31f.; 17,20; 1Petr 4,11; 1Tim 6,3ff.)
2Thess 2,3-12: Hier wird das Wort Antichrist in einem engeren Zusammenhang gebraucht: zur Bezeichnung eines Widersachers Christi, in dem die vielen Antichristusse zusammengefaßt sind. In diesem einen Antichrist tritt der große Abfall in Erscheinung. Darum finden wir in 1Joh 2,18 neben den vielen den einen Antichrist, der kommen soll.
In diesen hier erschienenen Antichristen ist schon der Geist des einen noch ausstehenden wirksam, wie Paulus 2Thess 2,7 schreibt: Es regt sich schon bereits die Bosheit heimlich.. Dies geschah schon zur Zeit der Apostel durch aufkommende falsche Lehre: Röm 16,17.18; 1Tim 4,1-3; 6,3-5 und Herrschsucht: Phil 1,15; 3Joh 9.10.
Die Erkennungszeichen des Antichristen:
2Thess 2,1-12
allgemein:
Vers 3: Sein Wirken ist mit dem Abfall vom
christlichen Glauben verbunden.
Verse 10-12: Er vertritt kräftige Irrtümer
und Lüge.
Seine Anhänger haben die Liebe zur christlichen
Wahrheit nicht angenommen, darum gehen sie verloren.
speziell:
Vers 4: Er hat seinen Sitz im Tempel,
also in der christlichen Kirche (nicht von einem Götzentempel
aus, denn Paulus nennt Götzentempel nie Tempel der
Haus Gottes, vgl. 1Kor 3,16ff.; 1Tim 3,15; 2Tim 2,20).
Käme der Antichrist von einem Götzen her, wäre
er für Christen nicht Geheimnis der Bosheit, sondern
offenbare Bosheit (Vers 7 wörtl.) So
entspricht sein Auftreten dem Sitzen im Tempel: Er
erhebt sich über Gott und den Gottesdienst (Gottes Dienst an uns).
Er erhebt sich über alle Autorität in der Welt (vgl.
1Kor 8,5.6, wo Paulus von Gott eingesetzte Obrigkeit Götter
nennt) , sogar über Gott selbst. Er gibt
darüber hinaus zu verstehen, er sei Gott!
Vers 9: Er wird vom Satan gestützt mit lügenhaften
Kräften, Zeichen und Wundern (Lüge: Joh 8,44; Wunder: 2Mose
7,10-12).
Vers 10: Verführung zur Ungerechtigkeit,
entgegen der Gerechtigkeit durch Christus (Röm 3,28).
Vers 8: Der Antichrist wird bleiben bis zum
Jüngsten Tag, dann wird Christus ihm ein Ende machen durch
die Erscheinung seiner Zukunft (= Wiederkunft).
1Tim 4,1-3: Gleisnerei (äußerliche Tugend
und Herrlichkeit), Lügenrede; Eheverbot; Fastengebot.
Wer ist dieser Antichrist?
Viele meinten, es sei ein politischer Herrscher (z.B.
früher: Nero, Napoleon; heute: Gorbatschow [vgl. factum 9/1996,
S. 4ff.).
Wir verstehen unter dem Antichrist im engeren Sinn das römische Papsttum.
1. Im Papsttum trat der größte Abfall vom christlichen Glauben hervor.
2. Zum Beispiel: Röm 3,28: So
halten wir nun, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes
Werke, allein durch den Glauben. Dem setzt das Papsttum das
unfehlbare Dogma entgegen: Wer behauptet, daß der sündige
Mensch durch den Glauben allein gerechtfertigt werde und darunter
versteht, daß nichts anderes als Mitwirkung zur Erlangung der
Rechtfertigungsgnade erfordert werde, und daß es in keiner Weise
notwendig sei, sich durch die eigene Willenstätigkeit zuzurüsten
und zu bereiten, der sei ausgeschlossen. [746]
und Wer behauptet, der rechtfertigende Glaube sei nichts
anderes als das vertrauen auf die göttliche Barmherzigkeit, die
um Christi willen die Sünden nachläßt, oder dieses Vertrauen
allein sei es, wodurch wir gerechtfertigt werden, der sei
ausgeschlossen.[749]
(Alle Zitate stammen aus: Neuner/ Roos, Der Glaube
der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, Verlag
Friedrich Pustet, Regensburg 51958, S. 417
3. Das Papsttum ist nicht außerhalb, sondern innerhalb der christlichen Kirche.
4. Der Papst erhebt sich als Herrscher in der Kirche: Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum heil notwendig: Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir.[342] und Wenn also die Griechen oder andere sagen, sie seien nicht Petrus und seinen Nachfolgern anvertraut, so müssen sie auch notwendig eingestehen, daß sie nicht von den Schafen Christi sind, da der Herr bei Johannes sagt: Einen Schafstall nur gibt es und nur einen Hirten. (Joh 10,16). [341] und Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet, glaubt fest, bekennt und verkündet, daß niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, daß die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und daß nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt. [350]
5. Der Papst gibt vor, er sei Gott, indem er sich zum Stellvertreter Christi für den gesamten Weltkreis macht [349, S. 222] und Unfehlbarkeit (d.i. eine göttliche Eigenschaft!) beansprucht [383-389].
6. Der Papst fordert Gehorsam - nicht allein gegenüber Gottes Wort: Wer nicht die ganze Überlieferung annimmt, die geschriebene wie die ungeschriebene, der sei ausgeschlossen. [78]; nicht die Heilige Schrift in ihrem Urtext, sonder die [lateinische] Vulgata-Übersetzung ist maßgebend [85, S. 74]; allein die Mutter Kirche bestimmt über die rechte Auslegung der Heiligen Schrift [86, S. 74,.]; die römische Gesamtkirche ist in der Erklärung der Heiligen Schrift unfehlbar [367; 368; 388; 389]; diese Unfehlbarkeit kommt auch dem Papst zu kraft seiner Vollmacht [383-389].
7. Der Papst verflucht den einzigen Weg zur Seligkeit und behauptet, nur wer sich ihm unterwerfe, könne selig werden.
8. Er urteilt über das rechte Verständnis des Wortes Gottes, beansprucht Urteilsgewalt über alle Lehre und will sich selbst von niemandem richten lassen
9. Er fordert auch von weltlicher Obrigkeit die Anerkennung seiner Oberhoheit.
10. Der in 2Thess 2 geweissagte Antichrist ist keine Einzelperson, sondern die über ihn gemachten Aussagen weisen über ein einzelnes Menschenleben hinaus (z.B. Vers 8).
11. Die Frage nach dem Antichrist ist eine historische. Manche wenden ein, ob es wirklich der Papst sei, könne man erst am Ende der Welt mit Gewißheit sagen. Dagegen müssen wir festhalten: Auch die Frage, ob Christus wirklich der Messias ist, war für die damaligen Juden (wie für die heutigen) eine historische Frage. Dennoch ist aus der Heiligen Schrift klar erkennbar, daß Jesus Christus in Wahrheit der Messias ist. Wenden wir die Aussagen der Bibel an, so müssen wir zugeben: Der Antichrist hat sich erkennba r vor uns hingestellt.
12. Das Wesen des Antichristus besteht nicht im Urteil über ehrbares Leben der Personen, die im Laufe der Zeit das Amt des Papstes innehatten, sondern im Amt selbst. Darum kann der Einwand nicht gelten, es habe auch fromme Päpste gegeben. Sie alle standen an der Spitze der antichristlichen Maschinerie.
13. Mit allem, was das Papsttum lehrt und
tut, wird die Heilige Schrift bestätigt.
Bekenntnisschriften zu der Tatsache, daß der eigentliche Antichrist das Papsttum ist:
z.B.: Schmalkaldische Artikel: AS 336, 39ff.
(vgl. Luthers Schriften Wider die Bulle
des Antichrists; Von der babylonischen Gefangenschaft
der Kirche uvam.) LKG 19
Ist die Lehre vom Antichrist eine Fundamentallehre?
Nein, denn allein durch die Erkenntnis
Christi wird ein Mensch selig, nicht durch das Erkennen des
Antichrist. Aber jeder Lehrer in der christlichen Kirche
ist schwach in der Theologie, der, obwohl er mit der historischen
Erscheinung des Papsttums bekann t ist, im Papsttum nicht den in
2Thess 2 geweissagten Antichrist erkennt.
(D. Fr.Pieper, Christliche Dogmatik, CPH St.
Louis 1920, Bd III, S. 534)
Erklärung:
2Thess 2,7: ... der es jetzt aufhält muß hinweggetan werden = Macht der römischen Kaiser, unter denen der Papst nicht zur Herrschaft gelangen kann.
Offenbarung
Offbg 13,1ff. Die beiden Tiere - das römische
Weltreich - das römische Papsttum
Zahl 666: Irenäus (Bischof von Lyon, +202 n.Chr.)
nahm griechische Zahlzeichen, die zugleich Buchstaben sind und
kam zu folgendem Ergebnis:
(grch.) l =30
a =1 t =300 e
=5 i =10 n =50 o
=70 s= 200 = 666 =
Lateinos = lateinisch sprechender Römer