Inhaltsverzeichnis
Erläuterungen zu 1.Joh. 5,14-17
Der Textzusammenhang
Hier geht es um die Fürbitte und um die Kraft der Fürbitte
Wie ist der Abschnitt zu verstehen?
Erläuterung besonders zu Vers 17
Beispiele, wo dieses Wort auch geschrieben steht
Übersetzung und Bedeutung
Vers 17, wie er zu verstehen ist
Notiz zu Vers 19
Weltliche Vergnügungen
Pietistische oder lutherische Weise, eine Sache zu beurteilen
Fragen zum pharisäischen Verhalten der Pietisten
In Bezug auf andere
In Bezug auf sich selbst
Erläuterungen zu 1.Johannes 2,15-17
1. Nicht alles ist Sünde
2. Das erste Gebot ist das Hauptgebot
3. Keine Sonderregeln anderen verbindliche machen
4. Was ist "der Augen Lust"?
5. Was ist "des Fleisches Lust"?
6. Zusammenfassend sagen wir
7. Vergehen und Bleiben
Erläuterungen zu 1.Joh. 5,14-17
Der Textzusammenhang
14 Und das ist die Freudigkeit, die wir haben zu ihm, daß, so wir etwas bitten nach seinem Willen, so höret er uns. 15 Und so wir wissen, daß er uns höret, was wir bitten, so wissen wir, daß wir die Bitten haben, die wir von ihm gebeten haben.
16 So jemand siehet seinen Bruder sündigen, eine Sünde nicht zum Tode, der mag bitten; so wird er geben das Leben denen, die da sündigen nicht zum Tode. Es ist eine Sünde zum Tode; dafür sage ich nicht, daß jemand bitte. 17 Alle Untugend ist Sünde; und es ist etliche Sünde nicht zum Tode.
14 και αυτη εστιν η παρρησια ην εχομεν προς αυτον οτι εαν τι αιτωμεθα κατα το θελημα αυτου ακουει ημων 15 και εαν οιδαμεν οτι ακουει ημων ο αν αιτωμεθα οιδαμεν οτι εχομεν τα αιτηματα α ητηκαμεν παρ αυτου
16 εαν τις ιδη τον αδελφον αυτου αμαρτανοντα αμαρτιαν μη προς θανατον αιτησει και δωσει αυτω ζωην τοις αμαρτανουσιν μη προς θανατον εστιν αμαρτια προς θανατον ου περι εκεινης λεγω ινα ερωτηση 17 πασα αδικια αμαρτια εστιν και εστιν αμαρτια ου προς θανατον
Hier geht es um die Fürbitte und um die Kraft der Fürbitte
- um deren Freudigkeit: Und das ist die Freudigkeit... (Vers 14)
- um deren Beschaffenheit: ...nach seinem Willen
- um deren Nutzbarkeit: a) so hört er uns... b) (Verse 14 und 15)
- um deren Erlangung: dass wir die Bitte haben [so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben] (Vers 15)
Es gibt eine unzulässig Fürbitte: Es ist eine Sünde zum Tode (Vers 16)
Es gibt eine zulässige Fürbitte: Alle Untugend ist Sünde (Vers 17)
Wie ist der Abschnitt zu verstehen?
Der Apostel hatte vorher davon gesprochen, dass sie im Glauben bleiben und darin immer völliger werden sollen. Die Fürbitte ist eine Frucht des Wachstums im Glauben. Der Gläubige soll wissen: Der Vater im Himmel hört das Gebet seiner Kinder gern und mit Wohlgefallen. Darum haben sie im Glauben an Christus auch Freudigkeit zum Gebet und zur Fürbitte, wenn etwa ein Glaubensbruder sündigt.
Sieht also einer seinen Bruder (der auch ein erlöstes Gotteskind ist) sündigen, und zwar aus Schwachheit, so wird er für ihn beten, dass er stark werde durch Gottes Geist am inwendigen Menschen und die Versuchung zur Sünde durch Gottes Kraft und Geist überwinde.
Allerdings, so sagt der Apostel, gibt es eine Sünde zum Tode. Das ist eine Sünde, neben der der seligmachende Glaube nicht bestehen kann, die also zum geistlichen und schließlich zum ewigen Tod in der Hölle führt. Es hat keinen Sinn, für einen Menschen zu beten, der diese Sünde gegen den Heiligen Geist (Matth. 12,31) getan hat. Eigentlich ist ja jede Sünde der Verdammnis wert, jede "Untugend" (d.h. Sünde, Ungerechtigkeit) zieht Gottes Zorn nach sich und Gottes Gericht in die Hölle. So ist eigentlich jede Sünde eine Sünde zum Tode. Doch Gottes Gnade in Jesus Christus wendet den Tod und Verdammnis ab, wenn ein Sünder im Glauben unter Christi Vergebung flieht. Dass solches geschehen möge, darum sollen wir bitten.
Dem gegenüber ist es nutzlos für jemanden zu bitten, der die Sünde gegen den Heiligen Geist getan hat. Da wir aber nicht feststellen können, auf wen das wirklich zutrifft, so haben wir uns hier besser nach dem Wort Jesu zu verhalten: Richtet nicht, verdammet nicht! Da sollen wir beten: HERR, bekehre ihn, wenn er noch zu bekehren ist!
Erläuterung besonders zu Vers 17
αδικια Luther: Untugend
Wortbedeutung (Bauer):
1. das Unrecht, das man tut (Pl. ungerechte Taten)
2. Ungerechtigkeit, Ruchlosigkeit, in der Bedeutung von Sünde: 1.Joh 5,17
Beispiele, wo dieses Wort auch geschrieben steht
2.Thess. 2,10: und mit allerlei Verführung zur Ungerechtigkeit (και εν παση απατη της αδικιας...)
1.Petr. 2,19: Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu GOtt das Übel verträgt und leidet das Unrecht. (τουτο γαρ χαρις ει δια συνειδησιν θεου υποφερει τις λυπας πασχων αδικως...)
Luk. 18,6: ειπεν δε ο κυριος ακουσατε τι ο κριτης της αδικιας λεγει
Luk. 18,11: ο φαρισαιος σταθεις προς εαυτον ταυτα προσηυχετο ο θεος ευχαριστω σοι οτι ουκ ειμι ωσπερ οι λοιποι των ανθρωπων αρπαγες αδικοι μοιχοι η και ως ουτος ο τελωνης
!!! Joh. 17,25: πατερ δικαιε και ο κοσμος σε ουκ εγνω εγω δε σε εγνων και ουτοι εγνωσαν οτι συ με απεστειλας
Übersetzung und Bedeutung
"Alle Ungerechtigkeit (wo man Unrecht tut und Gottes Gebote übertritt) ist Sünde.." (vgl. 1.Joh. 3,4: Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht; und die Sünde ist das Unrecht. [hier allerdings: και η αμαρτια εστιν η ανομια])
Überall da, wo man unrecht handelt, nämlich gegen Gottes heiligen Willen (der in den 10 Geboten offenbart ist) verstößt, tut man Sünde.
Dass der Apostel hier für Sünde das Wort "Ungerechtigkeit" verwendet verdeutlicht das Wesen der Sünde: Sie ist dem heiligen und gerechten Gott (vgl. Joh. 17,25 πατερ δικαιε) völlig entgegengesetzt. Sünde wird sonst mit dem Wort αμαρτια bezeichnet. Wenn es heißt: "Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht; und die Sünde ist das Unrecht" (1.Joh. 3,4 πας ο ποιων την αμαρτιαν και την ανομιαν ποιει και η αμαρτια εστιν η ανομια), die Sünde also mit ανομιαν (gegen das Gesetz Gottes gerichtet) beschrieben wird, so ist hier mehr das heilige Gesetz Gottes an sich im Blickfeld - bei αδικια (Ungerechtigkeit) mehr das heilige Wesen Gottes.
Das bedeutet für unseren Text (1.Joh. 5,17): Wer Ungerechtigkeit tut, d.h. gegen die 10 Gebote sündigt und damit den heiligen Gott beleidigt, der soll wissen, dass es auf diesem Gebiet eine große Gefahr gibt, nämlich die Sünde gegen den Heiligen Geist (die Sünde zum Tode, d.h. zum geistlichen Tod und zur ewigen Verdammnis, Matth. 12,31).
Wir werden diese Sünde gegen den Heiligen Geist an anderen in den seltensten Fällen erkennen können - vielleicht gar nicht.
Vers 17, wie er zu verstehen ist
Doch alle Untugend oder Ungerechtigkeit, die gegen das göttliche Gesetz ist (welches die Richtschnur der Gerechtigkeit ist) ist Sünde; und ist deswegen ihrer Natur und der Strenge nach des ewigen Todes würdig. Alle Sünde ist Ungerechtigkeit! Aber es ist etliche Sünde nicht zum Tode. Zwar ist Sünde, die nicht zum Tode ist so, dass der geistliche und ewige Tod eigentlich darauf folgen müsste, aber der Bußfertige erlangt durch Gottes Gnade und Christi Blut statt den Tod das Leben. O unaussprechliche Gnade Gottes!
Es ist falsch, vom deutschen Wort "Untugend" auszugehen und darunter das zu verstehen, was man selbst oder was man landläufig in Deutschland für eine "Untugend" hält. Da käme man zum Beispiel dahin, dass man sagt: Hier ist auch von der Untugend Unpünktlichkeit oder von ungenauem Arbeiten oder von Feigheit die Rede.
In pietistischen1 Kreisen wird eben auf diese Weise mit Erfolg versucht, das an anderen abzustellen, was man selbst nicht mag. Eine ungeliebte Sache wird als Untugend bezeichnet und dann wird dieses Bibelwort missbraucht und als Argument benutzt: "Alle Untugend ist Sünde!"
Wer z.B. verhindern möchte, dass ein anderer sich im Kino Filme ansieht, fragt: Kannst du dahin deinen Heiland mitnehmen? Dies ist eine rhetorische Frage, bei der die erwartete Antwort ein klares "Nein!" ist. Die Richtschnur aber sind hier nicht etwa die 10 Gebote. Dann müsste man fragen, wenn jemand stehlen gehen will, ob er da seinen Heiland mitnehmen kann... (Natürlich nicht, denn das siebente Gebot sagt ausdrücklich: Du sollst nicht stehlen). Die Richtschnur für solch verfängliche Fragen, mit denen man seinen eigenen Lebensstil durchsetzen möchte, ist vielmehr das eigene Gutdünken, die eigene Vorstellung von dem, was gut oder böse oder was tugendhaft bzw. untugendhaft ist.
Wem daran gelegen ist, dass Frauen keine Hosen tragen, der reißt ein alttestamentliches Teilgesetz aus dem Zusammenhang (5.Mose 22,5) und hält dies dem anderen vor und macht das Hosentragen damit zur "Untugend". Dass diese Begründung falsch ist beweist schon dies, dass er die in 5.Mose 22 unmittelbar daneben stehenden Gesetze außer acht lässt - mit welchem Recht eigentlich?
Um nicht diesen Irrungen zu verfallen ist es wichtig, den Sinn eines Wortes in seinem Zusammenhang zu beachten und es nicht nach eigenem Gutdünken hierhin oder dahin zu ziehen. Es ist Schrift mit Schrift zu erklären: Das Wort, das Luther mit Untugend übersetzt, heißt an anderer Stelle "Ungerechtigkeit" und bedeutet "Sünde" im Gegensatz zur göttlichen Eigenschaft der 10 Gebote, dass sie eben wie Gott selbst "gerecht" sind - das heißt Röm. 7,12: "Das Gesetz ist je heilig, und das Gebot ist heilig, recht und gut."
Sonst könnte hier jeder nach eigenem Ermessen das unter "Untugend" verstehen, was ihn an anderen stört und was sie seiner Meinung nach zu unterlassen haben. Er könnte zum Beispiel sagen: Es ist eine Untugend, eine Krawatte zu tragen, denn ich meine, dies ist ein Zeichen von Eitelkeit. Damit aber hätte er ein Gesetz aufgerichtet, das über das hinausgeht, was Gott uns gebietet oder verbietet.
Notiz zu Vers 19
"Welt" = die gottlosen Menschen (wie auch in Kap 3,1+13; 4,5; 5,4.
"liegt im Argen" = neutrum: "in dem, das arg ist" (Sünde) oder masculinum: "in dem der arg ist" (Teufel)
Weltliche Vergnügungen
Manche meinen, da die ganze Welt im Argen liegt (1.Joh. 5,19), sei all das Sünde, woran auch Ungläubige Freude haben und womit sie sich vergnügen, z.B. Sport treiben in einem Verein, Motorrad fahren, Tänze üben und darbieten uvam.
Die erste Frage, die hier zu stellen: Was ist Sünde? Die Antwort kann nur sein: Sünde ist jede Übertretung des göttlichen Willens in Gedanken, Worten und Werken, wie er in den 10 Geboten offenbart ist. Was die Heilige Schrift nicht Sünde nennt, was sie nicht verbietet, ist freigestellt. Hier gilt: "Ich hab' es alles Macht; es frommet aber nicht alles. Ich hab' es alles Macht; es soll mich aber nichts gefangennehmen." (1.Kor. 6,12)2.
Die Pietisten haben nicht den Gegensatz vor Augen, was ist von Gott geboten und was dagegen verboten, sondern was ist gut und was ist böse. Aber bei der Frage, ob eine Handlung gut oder böse ist, lassen sie sich nicht allein von Gottes Gesetz (10 Geboten) bestimmen, sondern fügen dem eigene Regeln hinzu. Es geschieht hier genau das, was oben schon erklärt wurde (siehe "Untugend").
Wird eine Sache nicht anhand der 10 Gebote beurteilt, sondern nach "gut" und "böse", so lässt sich die Gesinnung eines Menschen nicht so ohne weiteres ausschalten. Zum Beispiel: Darf ein Christ sich die Haare färben oder sich schminken? Der Pietist sagt „Nein!“, denn er nimmt die Gesinnung hinzu und meint, dies sei einem Kind Gottes verboten, weil es aus Eitelkeit geschehen könnte. Richtig dagegen wäre zu fragen, ob Gott in der Schrift schminken, Haare färben usw. verboten hat. Dies ist nicht der Fall.
Gottes Wort lässt vieles einfach offen und fordert im Gesetz allgemein, dass wir Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen sollen. Danach hat jeder Christ sein eigenes Leben einzurichten, indem er dies das höchste Gebot sein lässt und seine eigenen Schwachstellen aufmerksam beobachtet. Denn jeder ist an einer anderen Stelle besonders anfechtbar und erliegt womöglich dort einer Versuchung, wo der andere viel stärker ist. Darum muss jeder mit einem von Gottes Wort geschärften Gewissen selbst entscheiden. Hier gilt: "Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangen nehmen." (1.Kor. 6,12).
Der Pietist kommt oft zu einem ganz anderen Ergebnis als der nach Gottes Maßstab Urteilende. Vor allem versucht er Regeln aufzustellen, die für alle gelten sollen. Er will alles absichern und schränkt darum (über Gottes Wort hinausgehend) die Freiheit aller ein - so wie er sich die Sache denkt. So werden Heuchler herangezogen!
Eine zweite Frage ist, wie der Christ in seinem Leben das Gotteswort regieren lässt:
So besteht nun in der Freiheit, damit uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen! Gal. 5,1
Dies soll der Christ einem jeden entgegenhalten, der ihm im Glaubensleben Vorschriften zur Pflicht macht, von denen in Gottes Wort nichts geschrieben steht.
Dies soll der Christ jedem entgegenhalten, der ihm im Glaubensleben etwas verbietet, was Gott ihm nicht untersagt.
Dies soll der Christ einem jeden entgegenhalten, der Regeln für das Leben im Glauben aufstellt, von denen wir nichts in der Bibel lesen.
Ob nun jemand uns die bereits erfüllten und abgetanen Vorschriften des Alten Testamentes zur Pflicht machen will oder neue Satzungen und Gebote aufrichtet, die Gott uns jedenfalls nicht zur Pflicht macht, es gilt auch hier:
So lasst nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmte Feiertage oder Neumonde oder Sabbate, welches ist der Schatten von dem, was zukünftig war; aber der Körper selbst ist in Christo. Lasst euch niemand das Ziel verrücken, der nach eigener Wahl einhergeht in Demut und Geistlichkeit der Engel, des er nie keines gesehen hat, und ist ohne Sache aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn... (Kol. 2,16-18)
und
So ihr denn nun abgestorben seid mit Christo den Satzungen der Welt, was lasst ihr euch denn fangen mit Satzungen, als lebtet ihr noch in der Welt? Die da sagen: Du sollst das nicht angreifen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren, welches sich doch alles, unter Händen verzehrt, und ist Menschengebot und -lehre; welche haben einen Schein der Weisheit durch selbsterwählte Geistlichkeit und Demut und dadurch, daß sie des Leibes nicht verschonen und dem Fleisch nicht seine Ehre tun zu seiner Notdurft. (Kol. 2,20-23)
Das Leben im Glauben an den Heiland ist kein ängstliches duckmäuserisches Christentum, das bei jedem Atemzug, jedem Lachen, jedem Vergnügen fragt: Ist das Sünde? Darf das ein Christ?
Das erlöste Gotteskind achtet auf den Willen seines HERRn in den 10 Geboten und hütet sich vor Sünde, lebt vergnügt und froh in dieser Welt, freut sich an den Dingen, die Gott ihm schenkt und hat seine größte Lust an seinem Heiland Jesus Christus und an Gottes Wort. Schenkt Gott ihm Gesundheit, Freude und Lust, Frohsinn und Glück an den Dingen auf Erden, so fragt er nicht ängstlich, sondern weiß: "Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Sinn und Gewissen." (Titus 1,15).
Pietistische oder lutherische Weise, eine Sache zu beurteilen
Der Unterschied zwischen einem ängstlich-pietistisch-gesetzlichen Fragen und dem eines lutherischen Christen lässt sich so umreißen...
Der Pietist: Es ist erst einmal alles weltliche sündig und darum nichts erlaubt.
Der Lutheraner: Es ist alles erlaubt (Dem Reinen ist alles rein)
Der Pietist: Ist es nütze zur Seligkeit? (eigene Einschätzung)
Der Lutheraner: Ist es der Seligkeit schädlich? (10 Gebote)
Der Pietist: Ist es gut oder böse?
Der Lutheraner: Ist es Sünde oder nicht?
Fragen zum pharisäischen Verhalten der Pietisten
In Bezug auf andere
Es ist offensichtlich, dass in pietistischen Kreisen ein Geist herrscht, der mit der Freiheit in Christus, (die natürlich in den Schranken der 10 Gebote lebt) kaum noch etwas zu tun hat. Im Blick auf den Ungläubigen, aber auch gegenüber dem in Sünde gefallenen Mitchristen ist die Einstellung mit Jesu Wort an die Pharisäer am besten zu beschreiben: "Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr verzehntet die Minze, Dill und Kümmel und lasst dahinten [beiseite] das Schwerste im Gesetz, nämlich das Gericht, die Barmherzigkeit und den Glauben. Dies sollte man tun und jenes nicht lassen. Ihr verblendeten Leiter, die ihr Mücken seihet und Kamele verschlucket!" (Matth. 23,23).
Die ständige Beurteilung und Verurteilung anderer ist kennzeichnend. Auch hier ist der Pietist dem Pharisäer ähnlich: "die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern... Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner" (Luk. 18,11).
Was glaubst du, Pietist, aus welchem Grund der HERR Christus spricht: "Was siehst du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder! Ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler! Zieh zuvor den Balken aus deinem Auge und besieh dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst." (Luk. 6,41+42).
Der Pietist macht die Verfehlungen anderer groß, denn damit stellt er sich selbst in ein besseres Licht. Er maßregelt andere nach nicht-biblischen Grundsätzen und nimmt ihnen damit die Heilsgewissheit z.B. mit der Behauptung , eine gläubige Frau dürfe keine Hosen tragen, wer es dennoch tue, lebe unbußfertig und dürfe nicht zum Heiligen Abendmahl gehen. Damit versündigt er sich an seinem Nächsten und lädt schwere Schuld auf sich.
Bekehre dich, Pietist von solch falschem Glauben und Leben, sonst gilt dir Jesu Wort: "Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt, und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Ärgernisse halben! Es muß ja Ärgernis kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Ärgernis kommt!" (Matth. 18,6+7).
So schwerwiegend ist es, einen anderen Christen im seinem Glauben irre zu machen, dass es besser gewesen wäre, dass derjenige, der ihn beirrt, vorher gestorben wäre - damit er diese Sünde nicht verübt.
Der Pietist sollte fragen und sich selbst eine ehrliche Antwort geben: Sage ich etwas, was außerhalb der 10 Gebote liegt, um anderen Grenzen zu setzen, ihre Freiheit zu beschränken und um ihnen dann selbstgerecht Gottes Gericht zu verkündigen?
Die Frage im Geist des Evangeliums gestellt: Warne ich vor dem Übertreten der 10 Gebote, weil mir die Seligkeit des anderen am Herzen liegt?
In Bezug auf sich selbst
Der Pietist: Unterscheide ich mich weit genug von der Welt... in meiner Kleidung, meinen Gewohnheiten auf Arbeit, meinem Äußeren und meinen Interessen? Was denken andere über mich? Wie wirke ich auf sie?
Der Lutheraner: Lebe ich so, dass ich wirklich alles an den 10 Geboten prüfe und mich vor Sünden hüte oder habe ich mich schon zu sehr an das Wesen dieser Welt gewöhnt?
Der Pietist: Es wird mir sauer, alle Gebote, Regelungen, Vorschriften und Satzungen einzuhalten. Vielleicht finde ich ein paar Lücken, damit ich dies und jenes doch tun kann – es braucht ja kein anderer zu merken.
Der Lutheraner: Es ist nicht leicht trotz der vielen Versuchungen als Christ zu leben. Aber ich weiß, dass Gott in den 10 Geboten nur mein Bestes will. Darum will ich ihn nicht durch neue Sünde beleidigen. Ich will aus Dank und Freude den Willen meines HERRn erfüllen.
Weil der Pietist besonderen Wert auf die Heiligung und das äußere Leben legt, stellt er auch (bewusst oder unbewusst) die Hoffnung seiner Seligkeit auf die Werke. Damit kann er weder sich selbst froh machen noch einen anderen, der sich in Anfechtungen befindet trösten. Denn allein das Evangelium vom Heiland der Sünder, der genug getan hat, damit auch der schlimmste Missetäter im Glauben an ihn selig werden, ist imstande, ein angstvolles verwundetes Herz zu heilen und das unruhige Gewissen zu befrieden.
Der Pietist ist in sich selbst entweder ein trauriger, Mensch ohne die feste und unumstößliche Gewissheit, einmal selig werden zu können oder ein Heuchler, dessen Gewissen gegenüber sich selbst abgestumpft ist, so dass er seine eigene Sünde einfach übersieht und sich mit den noch viel "schlimmeren" Sünden anderer vor Gott rein dünkt.
Der Pietist ist ein in menschlichen Satzungen und irrtümlichen Auslegungen des göttlichen Willens gefangener Mensch ohne wirkliche und rechte Heilsgewissheit! Das ist eigentlich das Schlimmste, denn Kern und Stern des christlichen Glaubens ist die Vergebung der Sünden um Christi willen und dass ein Sünder, der im Glauben an diesem seinem Heiland hängt, bei Gott in Gnaden ist - ohne jedes weitere Werk und ohne jede Vorbedingung!
Typisch für den Pietismus ist das Verschieben der Betonung weg von der Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnaden um Christi willen hin zur Heiligung. Die Rechtfertigung wird zwar verkündet und in den Bruchstücken, in denen sie dort noch vorhanden ist, geglaubt, aber nichts hat der Pietist eiligeres zu tun, als darauf unverzüglich von der Heiligung zu sprechen: Nun musst du aber auch...! Hier schließt sich an das Evangelium die Gesetzespredigt an.
Dies ist biblisch falsch, denn der Pietist hofft, durch den Gebrauch dieses "Knüttels" seine Mitchristen und sich selbst zu einem christlichen Leben zu treiben. Damit wird dem Evangelium die Kraft genommen. Denn es ist das Evangelium, durch das der Heilige Geist nach Gottes Willen formt, nicht das Gesetz. Es ist auch das Evangelium, das zur Buße leitet (Röm. 2,4). Durch das Gesetz Gottes kommt nichts anderes als die Erkenntnis der Sünde (Röm. 3,20).
Ergebnis dieser nach Gottes Wort völlig falschen Art sind Heuchler, denen das Christsein eine Last ist und die nach jedem Schlupfloch Ausschau halten, wo sie dieser Gesetzestreiberei entfliehen können - ohne dass andere etwas davon merken. Solche Menschen werden nie recht froh. Er hat nicht erfahren, was Paulus lehrt: "Denn das Reich GOttes ist nicht Essen und Trinken [oder dies und jenes nicht essen und trinken, dies und jenes meiden...], sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist." (Röm. 14,17).
Wer dies erkannt hat, aber das Joch der Pietisten immer noch über sich duldet und sich bedrängen und sich ein schlechtes Gewissen machen, sich seine Heilsgewissheit vorenthalten lässt, der sollte sich fragen, wann er dem Gotteswort folgt: "Ich ermahne aber euch, liebe Brüder, daß ihr aufseht auf die, die da Zertrennung und Ärgernis anrichten neben der Lehre, die ihr gelernt habt, und weicht von denselbigen! Denn solche dienen nicht dem HErr JEsu Christo, sondern ihrem Bauch; und durch süße Worte und prächtige Rede verführen sie die unschuldigen Herzen." (Röm. 16,17.18)
Ja, sie dienen ihrem Bauch, denn sie dienen nicht dem HERRn Christus. Sie dienen ihrer Selbstgerechtigkeit und ihrem pharisäischen Ego.
Darum: "Einen ketzerischen Menschen meide, wenn er einmal und abermal ermahnet ist, und wisse, daß ein solcher verkehrt ist und sündigt, als der sich selbst verurteilt hat." (Titus 3,10.11).
Und du, Pietist, höre was Christus zu den Pharisäern spricht, denen du gleichst: "Ihr Schlangen, ihr Otterngezüchte, wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen?" (Matth. 23,33).
Erläuterungen zu 1.Johannes 2,15-17
15 Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. 16 Denn alles, was in der Welt ist (nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben), ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. 17 Und die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen GOttes tut, der bleibet in Ewigkeit.
1. Nicht alles ist Sünde
Nicht alles, woran auch Ungläubige Lust und Freude haben, ist Sünde. Was Sünde ist, sagt uns Gott in den 10 Geboten. Wir sollen uns hüten, gegen Gottes Gebote zu sündigen.
2. Das erste Gebot ist das Hauptgebot
Gemäß dem 1. Gebot ist es Sünde, jemanden oder etwas mehr zu lieben als Gott. Auch die an sich schönen Dinge dieser Welt, die keine Sünde sind, sollen wir nicht mehr lieben als Gott. Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.
3. Keine Sonderregeln anderen verbindliche machen
Es wäre falsch,weil kasuistisch 3, und damit pharisäisch wollte man allen das verbieten, was einem oder mehreren zur Anfechtung geworden ist oder sie zum Sündigen verleitet hat.
Zum Beispiel nutzt mancher sein Auto, um am Sonntagmorgen ins Grüne zu fahren und versäumt den Gottesdienst. Es wäre nun falsch, zu sagen: Auto fahren ist Sünde!". Es ist Sünde gegen das 3. Gebot, wenn jemand ständig (ohne dringende Notwendigkeit) den Gottesdienst versäumt. Jeder muss hier anhand des 3. Gebotes in seinem Gewissen entscheiden, wie er handeln soll.
Oder jemand liebt seine Frau mehr als Gott den HERRn und tut alles - auch wenn sie ihn zu etwas auffordert, was Sünde ist (z.B. "Wir treten nicht aus der falschgläubigen Kirche aus, denn ich habe hier viele Freundinnen.). Dann wäre es falsch zu sagen: "Eine Frau haben ist Sünde!" Vielmehr muss sich der Einzelne an Gottes Geboten orientieren und dem gemäß handeln.
4. Was ist "der Augen Lust"?
Der "Augen Lust" kann also nicht bedeuten: die schöne Natur 4, Tiere, Pflanzen, Menschen, der Sternenhimmel, gute Gemälde, Kunst überhaupt... Das alles ist an sich keine Sünde. Jeder muss hier in seinem Gewissen anhand des Wortes Gottes prüfen, was ihn zum Sündigen verleitet. Fernsehen, Computer, Internet, Romane sind an sich keine Sünde - wie auch Radio, CD-Spieler (mit dem man Gottesdienste hören kann) oder Telefon keine Sünde sind. Telefonsex ist jedoch Sünde (gegen das 6. Gebot).
5. Was ist "des Fleisches Lust"?
Des "Fleisches Lust" weist uns in zwei Richtungen:
a) das Begehren gegen das 6. Gebot (sexuelle Entgleisungen, böse Gedanken, Worte und Werke). Die bösen Gedanken werden gern vergessen. Aber sie sind ebenfalls Sünde gegen Gottes heiligen Willen!
b) das Handeln allgemein "nach dem Fleisch". Es kommt aus der Gesinnung (Röm. 8,7; vgl. Jak 4,4)5! Hier ist das alte sündige Wesen des Menschen gemeint, der "alte Adam", der ständig gegen Gottes Gebote aufbegehrt. Ein Stück dieses alten sündigen Wesen tragen wir Christen bis zu unserem irdischen Ende mit uns herum und müssen dagegen kämpfen (1.Tim. 6,12) 6
6. Zusammenfassend sagen wir
a) "Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters."
Der Sinn der Welt, wie er sich in den Unwiedergeborenen findet, soll dem Christen nicht das Herz einnehmen! (1.Joh. 4,5; 2.Tim. 4,107).
b) "Denn alles, was in der Welt ist (nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben), ist nicht vom Vater, sondern von der Welt."
Des "Fleisches Lust" - der Trieb des sündigen Wesens, der nicht Gott, sondern allein Wohlleben und Befriedigung zum Ziel hat, soll den Christen nicht beherrschen. Der alte Adam ist auch leidensscheu!
Der "Augen Lust" - hier sind nicht nur sexuelle Dinge im Blickfeld, sondern auch auch Geiz und Habgier, wenn man sich an Geld und Gut nicht satt sehen kann und Dinge begehrt, die man gern hätte oder geizig ist mit, was Gott einem zugedacht hat. (Pred. 4,8; Spr. 27,20; Pred. 5,9.10; Pred. 6,2).
c) Hier geht es um den Hochmut, auch um den geistlichen Hochmut! (Jak. 4,16), um den Trieb des Ehrgeizes, der nur auf nichtige Ehre und auf Ruhm gerichtet ist (Joh. 5,44; Joh. 12,43). Ehre und Ruhm in dieser Welt sind nichts Böses an sich, aber wenn der Gläubige dies zum Ziel aller seiner Regungen macht und Gott und Gottes Wort darüber vergisst, so ist die gegen das 1. Gebot!
d) "Von der Welt" - das heißt dass die Welt nach dem Sündenfall vergiftet ist durch Feindschaft zu Gott und alles, was diesem gottfeindlichen Wesen der Welt entspricht, steht im Gegensatz zu Gott dem HERRn und seinem Wesen und Willen.
"...diese Welt gebrauchen, daß sie dieselbige nicht mißbrauchen; denn das Wesen dieser Welt vergehet." (1.Kor. 7,31). Das heißt aber noch alnge nicht, dass alles in dieser Welt zuerst einmal Sünde ist oder dass alle Lust und Freude dieser Welt "böse weltliche Vergnügungen sind". Das, was gegen Gottes Gebote gerichtet ist, eben das ist Sünde!
e) Eine Auslegung, die sich vorrangig zum Ziel gesetzt hat, unerwünschte (aber an sich selbst unverfänglichen) Handlungen zu unterbinden, z.B. junge Leute vom Fernsehen oder Romane lesen anzuhalten (Augen Lust) oder sich gar die Möglichkeit offen zu halten, bei Bedarf diese und jene (an sich neutralen und "nicht sündigen") Dinge als Sünde zu erklären, wird dem Text nicht gerecht.
Vielmehr ist zu beachten, wo solch böse Lust ihren Ursprung hat (im Herzen des Menschen) und wer als ihr Verursacher dahinter steht (der Teufel). Diese gilt es zu bezwingen und dem neuen Menschen (dem Gläubigen) mit den 10 Geboten Gottes die Richtung zu weisen (Regel, Richtschnur), damit er solche Gewissensfragen, die sich ihm stellen, richtig entschieden kann.
Denn "lieb haben" (1.Joh. 2,15) geschieht im Herzen und dem Wort "diese Welt nicht lieb haben" wird "die Liebe des Vaters" gegenübergestellt. Das ist der Gegensatz. Er zeigt, wie doch im Grunde alles auf das 1. Gebot (Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen) hinausläuft.
Darum darf man nicht zu kurz schließen, und die Ermahnungen des Apostels dürfen nicht auf äußerliche Werke begrenzt werden. Und wenn sie auf Äußeres bezogen werden müssen, so müssen diese äußeren Handlungen anhand bei der Prüfung an den 10 Geboten als Sünde erkennbar sein.
7. Vergehen und Bleiben
Und die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen GOttes tut, der bleibet in Ewigkeit.
Nicht nur das Weltgebäude selbst wird vergehen (2.Petr. 3,10), sondern auch die Menschen sind vergängliche Wesen (1.Petr. 1,24). Wissenschaft und Kunst, sowie das gesamte weltliche Wesen (1.Kor. 7,31) und er mühsam angehäufte Reichtum der Menschen wird zergehen und dahin sein.
Wer den Willen Gottes tut, der bleibet in Ewigkeit. Der kommt zum ewigen Leben und genießt ohne Aufhören die Wohltaten, die Christus uns durch sein Leiden und Sterben erworben hat (Spr. 10,25; Ps. 112,6).
Gott will, dass wir dahin kommen und ja nicht durch die List des Satans und die Verführung zur Sünde wieder aus der Gnade fallen. Die Gefahr ist groß, denn der teufel ruht nicht! Er benutzt die irdischen Dinge, um unsere Herzen dem HERRn abwendig zu machen.
Darum sollen wir diese Welt gebrauchen, sie aber nicht missbrauchen, d.h. zum Schaden des Glaubens, unserer Seele und unserer Seligkeit (1.Kor. 7,31).
Wir sollen zwar "mit beiden Beinen im Leben stehen", dürfen uns an allem, was Gott uns schenkt und was er uns nicht als Sünde verbietet, erfreuen, aber unser HERR und Gott und sein Wort und unsere Seligkeit sollen das Höchste und Wichtigste sein und bleiben.
So ist unser Blick auch in unserem Alltag auf die göttlichen, himmlischen, unvergänglichen Dinge gerichtet: "...uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig." (2.Kor. 4,18).
Nicht das verdammende Gesetz Gottes, nicht der Knüttel der Gesetzespredigt, sondern der Glaube an den, der für uns gestorben und auferstanden ist, treibt uns dazu:
Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten GOttes. Trachtet nach dem, was droben ist, und nicht nach dem, was auf Erden ist! Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christo in GOtt. Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit.
So tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind: Hurerei, Unreinigkeit, schändliche Brunst, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei, um welcher willen kommt der Zorn GOttes über die Kinder des Unglaubens; in welchen auch ihr weiland gewandelt habt, da ihr darin lebetet. Nun aber leget alles ab von euch: den Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde. Lüget nicht untereinander! Ziehet den alten Menschen mit seinen Werken aus und ziehet den neuen an, der da erneuert wird zu der Erkenntnis nach dem Ebenbilde des, der ihn geschaffen hat..." (Kol. 3,1-10)
1aus dem Stamm "pietat" des lateinischen Wortes pietas ("Pflichtgefühl", "Frömmigkeit") gebildet; Verschiebung der Betonung von der Rechtfertigung auf die Heiligung; Hauskreise gewinnen an höherer Bedeutung als der Gottesdienst; schweizerdeutsche Bezeichnung „Stündeler“ und der russische Ausdruck штундист (Stundist)
2Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangen nehmen.
3 Festlegung in Einzelfällen, die Gottes Wort nicht erwähnt, die jeder für sich mit seinem Gewissen anhand des Wortes Gottes entscheiden muss
4Wir doch Gott der HERR im Psalm 104 gerade um der Schönheit der Natur willen gelobt!
5Denn fleischlich gesinnet sein ist eine Feindschaft wider GOtt, sintemal es dem Gesetze GOttes nicht untertan ist; denn es vermag es auch nicht.
Jakobus 4,4: Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisset ihr nicht, daß der Welt Freundschaft GOttes Feindschaft ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird GOttes Feind sein.
6Kämpfe den guten Kampf des Glaubens...!
7Denn Demas hat mich verlassen und diese Welt liebgewonnen...




