Epistel und Evangelium am Sonntag Quasimodogeniti (lat.: wie die neugeborenen Kindlein)
Epistel 1.Johannes 5,4-10 | Evangelium Johannes 20,19-31 |
4 Denn alles, was von GOtt geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
5 Wer ist aber, der die Welt überwindet ohne der da glaubet, daß JEsus GOttes Sohn ist?
6 Dieser ist's, der da kommt mit Wasser und Blut, JEsus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist's, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. 7 Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist; und diese drei sind eins. 8 Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei sind beisammen.
9 So wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist GOttes Zeugnis größer; denn GOttes Zeugnis ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. 10 Wer da glaubet an den Sohn GOttes, der hat solch Zeugnis bei sich. Wer GOtt nicht glaubet, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubet nicht dem Zeugnis, das GOtt zeuget von seinem Sohn. |
19 Am Abend aber desselbigen Sabbats, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam JEsus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den HErrn sahen.
21 Da sprach JEsus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! 23 Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
24 Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da JEsus kam. 25 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den HErrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben.
26 Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen und Thomas mit ihnen. Kommt JEsus, da die Türen verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! 27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. 28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein HErr und mein GOtt! 29 Spricht JEsus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
30 Auch viel andere Zeichen tat JEsus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. 31 Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, JEsus sei Christus, der Sohn GOttes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. |
In seiner Gnade hat Gott uns verlorenen Menschen Mittel gegeben, durch die er uns Vergebung der Sünden schenkt und uns damit Anteil gibt an allem, was Christus am Kreuz erworben und durch seine Auferstehung besiegelt hat. Diese Mittel heißen, weil sie uns Gottes Gnade schenken, Gnadenmittel. Diese Gnadenmittel sind das Wort Gottes (die Frohe Botschaft vom Heiland Jesus Christus) und die Sakramente (Taufe und Abendmahl). Davon spricht die Epistel, wenn sie von den drei Zeugen spricht: vom Geist (der Heilige Geist, der durch Gottes Wort zu uns kommt), vom Wasser (d.i. die heilige Taufe) und vom Blut (das ist das heilige Abendmahl). So wie die heilige Dreieinigkeit im Himmel in Herrlichkeit thront, so hat Gott doch hier auf Erden ein Gnadenreich angefangen (Ps. 93,1; 96,10). Mitten in seinem Reich, der Kirche Jesu Christi wirken die drei Zeugen auf Erden, durch die Sünder Gottes Kinder werden und als solche erhalten werden. Er mehrt sein Reich fort und fort durch die geistliche Wiedergeburt (Joh. 3,5), die er durch die Gnadenmittel schenkt: Denn alles, was von GOtt geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Der Sünder empfängt und bewahrt diese Gnade durch den Glauben, erfasst mit ihm den Sieg, den Christus am Kreuz für ihn erkämpft hat. So ist der Glaube der Sieg, der die Welt überwunden hat.
Die größte Gottesgabe für uns elende, verlorene Menschen ist die Vergebung der Sünden. Damit auch der verzweifeltste Sünder sich seiner Errettung und Seligkeit sicher sein kann, hat der HERR Christus das „Amt der Schlüssel“ gestiftet, wie wir im Evangelium lesen und von dem wir bekennen:
Was ist das Amt der Schlüssel? Antwort:
Das Amt der Schlüssel ist die besondere Kirchengewalt, die Christus seiner Kirche auf Erden hat gegeben, den bußfertigen Sündern die Sünde zu vergeben, den Unbußfertigen aber die Sünde zu behalten, solange sie nicht Buße tun.
Wo steht das geschrieben? Antwort:
So schreibt der heilige Evangelist Johannes im 20. Kapitel:
Der HErr JEsus blies seine Jünger an und sprach zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
Was glaubst du bei diesen Worten? Antwort:
Ich glaube, was die berufenen Diener Christi aus seinem göttlichen Befehl mit uns handeln, besonders wenn sie die öffentlichen und unbußfertigen Sünder von der christliche Gemeine ausschließen und die, so ihre Sünde bereuen und sich bessern wollen, wiederum entbinden: dass es also kräftig und gewiss sei, auch im Himmel, als handelte es unser lieber HErr Christus mit uns selber.
Zur Glaubensgewissheit kommt der Mensch allein durch Gottes Wort, wie Christus zu Thomas spricht: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Darum betont der Evangelist Johannes, dass die Berichte geschrieben sind, damit wir glauben, dass Jesus der Christus ist und wir durch diesen Glauben das ewige Leben haben – durch Versöhnung mit Gott in der Vergebung der Sünden.




