Epistel und Evangelium am Sonntag Jubilate (lat.: Freuet euch!)
Epistel 1.Petrus 2,11-21 | Evangelium Johannes 16,16-23 |
11 Liebe Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime, enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, 12 und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übeltätern, eure guten Werke sehen und GOtt preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. 13 Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des HErrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, 14 oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Übeltäter und zu Lobe den Frommen. 15 Denn das ist der Wille GOttes, daß ihr mit Wohltun verstopfet die Unwissenheit der törichten Menschen, 16 als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte GOttes. 17 Tut Ehre jedermann! Habt die Brüder lieb! Fürchtet GOtt! Ehret den König! 18 Ihr Knechte, seid untertan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. 19 Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu GOtt das Übel verträgt und leidet das Unrecht. 20 Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missetat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohltat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei GOtt.
21 Denn dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen. |
16 Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. 17 Da sprachen etliche unter seinen Jüngern untereinander: Was ist das, was er saget zu uns: Über ein so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? 18 Da sprachen sie: Was ist das, was er sagt: Über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. 19 Da merkete JEsus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. 20 Wahrlich, wahrlich, ich, sage euch: Ihr werdet weinen und heulen; aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. 21 Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist kommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. 22 Und ihr habt auch nun Traurigkeit aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. 23 Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinen Namen, so wird er's euch geben. |
Wir Christen sind in dieser Welt Gäste und Fremdlinge, Durchreisende (Pilger), mit dem Ziel vor Augen: die himmlische Heimat, die ewige Seligkeit. Darum sollen wir uns unserer Freiheit in Christus bewusst sein und in dieser Freiheit in den Schranken des göttlichen Willens leben, d.h. uns vor Sünde hüten. Mit Sünde bindet und knebelt der Satan die Menschen. Hartnäckig festgehaltene Sünde vertreibt den seligmachenden Glauben aus dem Herzen. Darum sollen wir uns hüten vor bösen Begierden, die gegen unseren Glauben, gegen Gottes Wort, gegen den HERRn Christus und in dem allen gegen unsere Seele streiten, um sie unter die Herrschaft des Bösen zu bekommen. Der ungläubige Mensch und auch der Rest des „alten Menschen“ in uns hält Gottes Gebot für Gefangenschaft und Unfreiheit. Doch in Wahrheit ist ein Leben im Dienst der Sünde Gefangenschaft und Knechtschaft. Das sollen die Christen klar sehen und nun auch den Ermahnungen folgen, die der Apostel gibt, weil die ungläubige Welt gerade hierin oft einen ganz anderen Weg geht.
Im Evangelium spricht der HERR von Trübsal, die die Apostel und alle Gläubigen in dieser Welt ertragen müssen. Zwar bereitet Jesus die Jünger hier besonders auf sein Leiden und Sterben vor, aber im Grunde genommen beziehen sich seine Worte auch auf Leiden, die die Christen allezeit erfahren. So geschah es auch am Ostertag: Die Frauen und Jünger, die vorher ganz und gar in Traurigkeit versunken waren, jubelten über den Auferstandenen und ihre Herzen freuten sich – wie Jesus es ihnen angekündigt hatte. So werden alle Christen jubeln und jauchzen, wenn sie einst in den Himmel kommen, wo ihr HERR sie empfangen und bewirten wird. Dann wird alle Trübsal, die sie hier um ihres Glaubens willen erdulden mussten, vergangen und vergessen sein.




