Epistel und Evangelium am Pfingstsonntag
Epistel Apostelgeschichte 2,1-21 | Evangelium Johannes 14,23-31 |
1 Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmütig beieinander. 2 Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. 3 Und man sah an ihnen die Zungen zerteilet, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen. 4 Und wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an, zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen.
5 Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. 6 Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurden bestürzt; denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. 7 Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen untereinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? 8 Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? 9 Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadozien, Pontus und Asien. 10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und an den Enden der Libyen bei Kyrene, und Ausländer von Rom, 11 Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Taten GOttes reden.
12 Sie entsetzten sich alle und wurden irre und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? 13 Die andern aber hatten's ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. |
23 JEsus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. 24 Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.
25 Solches hab' ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. 26 Aber der Tröster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird's euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe.
27 Den Frieden lasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht! 28 Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer denn ich. 29 Und nun hab' ich's euch gesagt, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet.
30 Ich werde hinfort nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. 31 Aber daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also tue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen! |
Im Evangelium spricht Christus vom Halten seines Wortes:
Jesu Wort halten = festhalten, d.h. rein bewahren, nicht verkürzen, nichts hinzufügen, nichts aus Menschenfreundlichkeit oder wegen Furcht vor Menschen verschweigen. Aus Gefälligkeit gegenüber Freunden, aber auch Angst vor Gegnern hat schon so mancher Lehrer in der Kirche das Wort Gottes verzerrt, verstümmelt oder verwässert.
Jesu Wort halten = einhalten, d.h. befolgen, der Weg zum Heil, den uns Christus gebahnt und gelehrt hat, ist der einzige Weg, um zum Frieden mit Gott zu kommen und selig zu werden. Wer diesen Weg nicht gehen will oder einen weiteren Weg hinzusetzt oder diesen Weg durch Umwege verfälscht, kann nicht selig werden und (wenn er Lehrer in der Kirche ist) verführt er seine Zuhörer.
Jesu Wort halten und das aus dem rechten Beweggrund heraus, geschieht allein aus der wahren Liebe zu ihm heraus – wie er selbst sagt. Dieses Liebe fließt aus dem rechten Glauben, der wiederum durch das Evangelium geschenkt wird und wie ein Echo das Wort Gottes liebt und ehrt, es festhält und einhält und recht verkündigt. Jesu Wort halten und dies aus lauter Dank und Liebe und wieder die Liebe Gottes genießen - ist demnach ein etwas bewirkender Zusammenhang, der um der Kraft Gottes Willen, die in seinem Wort wohnt uns Christen durchdringt.
In diesem Zusammenhang verheißt der HERR Christus den Heiligen Geist als den Tröster, der einerseits den Aposteln über die schwere Zeit nach der Himmelfahrt Christi hinweghelfen wird, der in ihnen kräftig wirken wird, damit sie als Christi Augen- und Ohrenzeugen predigen (Er wird euch erinnern...). Andererseits sollten sie als Schreiber heiliger Schrift durch seine Eingebung Gottes Wort niederschreiben können.
Dann spricht Christus von dem Frieden, den er den Seinen schenkt. Es ist „der Friede, der höher ist als alle Vernunft“ Phil. 4,7, der also unser menschliches Denken übersteigt. Es ist der Friede, den Gott in Jesus Christus für uns erworben hat, damit wir diesen Frieden im Glauben ergreifen und so mit Gott zum Frieden kommen. Dieser Friede ist kein äußerlich-vordergründiger Friede, wie die Welt ihn kennt und ersehnt, sondern ein Friede, der mitten in Streit und Angst im Herzen des Christen wohnt durch den Glauben an Christus. Er ist auf das Evangelium gegründet und steht darum so fest, wie Gottes Wort fest steht - auch dann, wenn Anfechtungen toben. Ein Herz, das sich auf eigenen Frieden verlässt, auf ein gottgefälliges Leben, auf Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes, auf eigene Frömmigkeit... das muss wanken. Ein Herz aber, das sich auf den Frieden erbaut, den Gott selbst in Christus gestiftet hat und in seinem Wort anbietet, das wendet sich ab von eigenem Empfinden und eigenen Leistungen.
In der Epistel berichtet Lukas über das Pfingstfest...
Es war kein willkürliches Geschehen, sondern von Gott zu unserem Heil beschlossen und schließlich wunderbar herbeigeführt. Christus hatte es den Aposteln angekündigt (siehe Evangelium), wie auch der Prophet Joel es hunderte Jahre zuvor geweissagt hat (Joel 3,1-5). Das Handeln Gottes ist dem menschlichen Verstand unfassbar: Die einen waren entsetzt, die anderen ratlos, die nächsten meinten, die Apostel seien betrunken. Plötzlich und unerwartet kam das Brausen vom Himmel, nicht in der ganzen Stadt, sondern dieser Wind erfüllte das ganze Haus, in dem sie (nämlich die Apostel) saßen.
Dieses dem Wind ähnliche Brausen war gewaltig, aber nichts wurde zerstört.
Es war das Wehen Gottes des Heiligen Geistes. Er will nicht zerstören, sondern er will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen” 1.Tim. 2,4. So auch die wunderbare Erscheinung der Zungen zerteilt wie von Feuer, die auf den Häuptern der Apostel zu sehen waren; und er (nämlich der Geist Gottes) setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen. Ein Feuer, das nicht versengt und verbrennt, ein Feuer, das den Aposteln nichts Böses tat. So bestätigte Gott seine bevollmächtigten Boten: Wer euch hört, der hört mich! Luk. 10,16.




