Epistel und Evangelium am Trinitatissonntag (Dreieinigkeitssonntag)
Epistel Römer 11,33-36 | Evangelium Johannes 3,1-15 |
33 O welch eine Tiefe des Reichtums, beide, der Weisheit und Erkenntnis GOttes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! 34 Denn wer hat des HErrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? 35 Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? 36 Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. |
1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden. 2 Der kam zu JEsu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer, von GOtt kommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn GOtt mit ihm. 3 JEsus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich GOttes nicht sehen.
4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5 JEsus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich GOttes kommen. 6 Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. 7 Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. 8 Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist.
9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? 10 JEsus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? 11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wir reden, was wir wissen, und zeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. 12 Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? 13 Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel herniederkommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist.
14 Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, 15 auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. |
In der Epistel am Dreieinigkeitsfest lehrt der Apostel von der unergründlichen Gottheit und ihrem Wesen. Keine noch so tiefe menschliche Erkenntnis ist imstande, Gottes Weisheit auch nur stückweise zu erkennen. Allenfalls an seinen „Spuren“ ist seine Existenz wahrnehmbar (Röm. 1,20). Nur durch den Beistand des Heiligen Geistes wird es dem Gläubigen möglich, die „Tiefen der Gottheit“ zu erahnen und immer mehr im Glauben zu erfassen (1.Kor. 2,10).
Was für ein Wunder, dass der ewige und erhabene Gott in Christus zu uns Menschen gekommen ist! Im Evangelium lehrt darum Christus von sich selbst: Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel herniederkommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Bahnt und weist Gott nicht uns den Weg zum Frieden mit ihm (Vers 16) und damit zum Himmelreich, so könnten wir nie und nimmer dahin kommen. Indem er dem Nikodemus den Weg zum Heil zeigt, erweist er sich als der rechte Führer. Er ist vom Himmel gekommen. Er fährt wieder dahin nachdem er das Erlösungsopfer gebracht hat. Er ist der „Erste“ (1.Kor. 15,20) in allem, damit alle, die an ihn glauben, ihm nachfolgen und auch dahin kommen, wo er ist (Joh. 12,26). Christus ist von den Toten auferstanden und gen Himmel gefahren: So werden auch wir einst unserem Leib nach auferstehen und in den Himmel kommen. In den Genuss dieses Gnadengeschenkes Gottes, nämlich selig zu werden, kommt der Sünder durch die Wiedergeburt „aus Wasser und Geist“ (=Taufe) und durch den Glauben, der einerseits schon den Kleinsten in der Taufe geschenkt wird (Tit. 3,5) und im Herzen der Sünder durch den Heiligen Geist gewirkt wird, wenn sie das Evangelium von ihrem Heiland Jesus Christus hören (Röm. 10,17).




