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 Schriftstellen, die von Schmuck (Geschmeide) sprechen

1.Mose 41,42: Und er tat seinen Ring von seiner Hand und gab ihn Josef an seine Hand und kleidete ihn mit kostbarer Leinwand und legte ihm eine goldene Kette um seinen Hals

1.Mose 24,22 Der Knecht Abrahams, Elieser von Damaskus, wirbt um Rebekka, dass sie Isaaks Frau werde: Da nun die Kamele alle getrunken hatten, nahm er eine güldene Spange, eines halben Sekels schwer, und zween Armringe an ihre Hände, zehn Sekel Goldes schwer...

Spr 25,12: Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn hört, das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband.

Hld 1,10: Deine Wangen sind lieblich mit den Kettchen und dein Hals mit den Perlenschnüren.

Hld 1,11: Wir wollen dir goldene Kettchen machen mit kleinen silbernen Kugeln.

Jes. 61,10: Ich freue mich im HErrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem GOtt; denn er hat mich angezogen mit Kleidern des Heils und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Schmuck gezieret, und wie eine Braut in ihrem Geschmeide prangt [bärdet].

Hes. 16,5ff (Gott der HERR beschreibt seine Gnadengaben des Neuen Bundes unter einem interessanten Bild!): 5. Denn niemand sah mitleidig auf dich und erbarmte sich, dass er etwas von all dem an dir getan hätte, sondern du wurdest aufs Feld geworfen. So verachtet war dein Leben, als du geboren wurdest. 6 Ich aber ging an dir vorüber und sah dich in deinem Blut liegen und sprach zu dir, als du so in deinem Blut dalagst: Du sollst leben! Ja, zu dir sprach ich, als du so in deinem Blut dalagst: Du sollst leben 7 und heranwachsen; wie ein Gewächs auf dem Felde machte ich dich. Und du wuchsest heran und wurdest groß und schön. Deine Brüste wuchsen und du bekamst lange Haare; aber du warst noch nackt und bloß. 8 Und ich ging an dir vorüber und sah dich an, und siehe, es war die Zeit, um dich zu werben. Da abreitete ich meinen Mantel über dich und bedeckte deine Blöße. Und ich schwor dir's und bschloss mit dir einen Bund, spricht Gott der HERR, dass du solltest mein sein. 9 Und ich badete dich mit Wasser und wusch dich von deinem Blut und salbte dich mit Öl 10 und kleidete dich mit bunten Kleidern und zog dir Schuhe von feinem Leder an. Ich gab dir einen Kopfbund aus kostbarer Leinwand und hüllte dich in seidene Schleier 11 und schmückte dich mit Kleinoden und legte dir Spangen an deine Arme und eine Kette um deinen Hals 12 und gab dir einen Ring an deine Nase und Ohrringe an deine Ohren und eine schöne Krone auf dein Haupt. 13 So warst du geschmückt mit Gold und Silber und gekleidet mit kostbarer Leinwand, Seide und bunten Kleidern. Du aßest feinstes Mehl, Honig und Öl und wurdest überaus schön und kamst zu königlichen Ehren. 14 Und dein Ruhm erscholl unter den Völkern deiner Schönheit wegen, die vollkommen war durch den Schmuck, den ich dir angelegt hatte, spricht Gott der HERR.

Lk 15,22: 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße.

 

Die beiden beiden folgenden Schriftstellen können von daher nur so verstanden werden, dass es keineswegs verboten ist, sich mit Ketten, Ringen und dergleichen zu schmücken. SAllerdings lehrt Gottes Wort, dass dies nicht der „Schmuck“ der Frau sein soll, d.h. sie soll ihre Schönheit nicht wie einen Götzen verehren. Ihr eigentlicher Schmuck soll vielmehr die Gottesfurcht sein und das aus dem Glauben kommende fromme Wesen. Hier wird die Betonung vom Äußeren auf das Innere gelegt.

1.Tim 2,9: Desselbigengleichen die Weiber, daß sie in zierlichem1 Kleide mit Scham und Zucht sich schmücken, nicht mit Zöpfen oder Gold oder Perlen oder köstlichem Gewand, sondern wie sich's ziemet den Weibern, die da Gottseligkeit beweisen durch gute Werke.

 

1.Petr 3,3: welcher Schmuck soll nicht auswendig sein mit Haarflechten und Goldumhängen oder Kleideranlegen, sondern der verborgene Mensch des Herzens unverrückt mit sanftem und stillem Geiste; das ist köstlich vor GOtt.

 

Anm.: Hier ist besonders auffällig, dass der Apostel die Tätigkeit nennt und nicht (wie im Deutschen zu vermuten) die Gegenstände. Hier ist nicht die Rede vom geflochtenen Haar, nicht von einem goldenen Umhang usw.

Der Text heißt wörtlich: „Welcher Schmuck nicht sein soll der äußerliche des Haare-flechtens und des Gold-anlegens oder des Kleider-anziehens...“ Stöckhardt schreibt dazu: „Petrus nennt statt der Schmucksachen die Tätigkeit des Schmückens indem er so die Vielgeschäftigkeit der eitlen Frauen abmalt.“ Im Gegensatz zum „verborgenen Menschen des Herzens“ und des „unvergänglichen Schmuckes des sanften stillen Geistes“ steht hier die Kultivierung der Eitelkeit, das Hervorkehren alles Äußerlichen bei gleichzeitiger Vernachlässigung der inneren Werte, die allerdings nicht menschlichen Ursprungs sind, sondern aus der geistlichen Quelle und dem rechten Christusglauben kommen.

 

 

Diese Schriftstellen können deswegen nicht als grundsätzliches Verbot von Schmuck verstanden werden, weil...

 

1. ein Schmuckstück an sich keine Sünde ist,

2. Gottes Wort aus früherer Zeit ganz selbstverständlich über Schmuck spricht,

3. es Gott sogar gefällt, seine Gnadengaben, die er uns Sündern zuwendet, mit Schmuck zu vergleichen (Niemals vergleicht Gott seine Schätze mit sündigen Dingen).

4. dem Christen keinerlei Vorschriften gemacht werden über weit gewichtigere Dinge wie Feste, Feiertage, Sabbate, Speisen und Getränke und er sich kein schlechtes Gewissen darüber machen lassen soll.

 

Aus diesem Grund findet sich auch in der „Synopsis“ von Christoph Starke (neu herausgegeben Berlin, 1872) die Bemerkung zu 1.Tim. 2,9:

 

Nicht dass es schlechterdings verboten sei (Anm.: nämlich Schmuck anzulegen), 1.Mose 24,22; 2.Mose 35,22; Spr. 31,22; Luk. 15,22, sondern nur die Hoffart, welche sich gemeiniglich darin brüstet, um den Putz heftig sorgt und sich große Dinge mit Schmuck und Kostbarkeit einbildet...“

und zu 1.Petr. 3,3:

 

Aller Schmuck und Zierrat in Kleidern wird nicht verworfen, wohl aber der, welcher unmäßig getrieben wird2, der mit der Ehrbarkeit, des Geschmückten Vermögen, Würde und Stand und der Landesgewohnheit streitet. Wird er in guter Ordnung gebraucht, kann man darunter Gelegenheit finden, sich desto mehr zu demütigen, als auch Gott zu preisen für seine mannigfaltige Güte, nach welcher er uns nicht nur die äußerste Notdurft, sondern auch noch viel mehr zu genießen gibt. Petrus will nicht, dass Weiber schmutzig, sondern rein und geschmückt sein sollen, ja er gebietet den Männern, dass sie den Weibern ihre Ehre geben sollen, dazu gehört auch zierliche Kleidung, gleichwie Abraham der Rebekka, seines Sohnes Braut, durch seinen Knecht silberne und güldene Kleinode und Kleider geben ließ und sie damit verehrte und wollte, dass sie dieselbigen an ihrer Stirn und Händen tragen sollte, 1.Mose 24,22.53...“

 

Das heißt umgekehrt, dass, wenn einer heutzutage einigen Beispielen der Schrift nacheifern wollte, seiner künftigen Schwiegertochter nicht allein das Tragen von Schmuck nicht verbieten oder verleiden dürfte, sondern ihr (wie Abraham) sogar Schmuck schenken sollte.

 

Jedenfalls lässt sich das Verbot über Anlegen von Schmuck aus der Heiligen Schrift nicht begründen!

 

 

Pfr. Martin Blechschmidt

Runkel-Steeden, August 2010

1grch. ordentlich, sittsam (Anm.: Dies ist einerseits abhängig von der Landessitte, andererseits von dem Empfinden gemäß des eigenen Gewissens, das sich und die eigenen Handlungen ständig anhand der göttlichen 10 Gebote prüft.

2Anm.: Was „unmäßig“ ist, muss jeder einzelne Gläubige für sich in seinem Gewissen entscheiden, denn was für den einen bereits eine Anfechtung ist, muss es für den anderen noch lange nicht sein, der vielleicht in ganz anderen Angelegenheiten viel schneller zu Eitelkeit und Hoffart geneigt wird. Keiner darf für andere hierin Gesetze machen!

 

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Wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christ, daß er sei der HERR, wir aber eure Knechte um Jesu willen. (2.Kor. 4,5)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 10. März 2010 um 06:15 Uhr
 

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