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Start Gottes- oder Menschengebot? Dürfen Frauen Hosen tragen?

Dürfen Frauen Hosen tragen?

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Dürfen Frauen Hosen tragen? 

Manche antworten darauf mit „Nein!“ Sie finden das nicht allein unschicklich, sondern meinen, es sei gegen Gottes Wort, wenn eine Frau solche „Männerkleidung“ trage. Wir wollen darauf die biblische Antwort geben.

Wir unterscheiden im Alten Testament drei verschiedene Arten von göttlichen Geboten: 

1. Das Sitten- oder Moralgesetz
Das sind die 10 Gebote. Die 10 Gebote, wie sie im Alten Testament zu lesen sind, hat Gott an ganz besondere Adressaten gerichtet: „Ich bin der HErr, dein GOtt, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführet habe.“ (2.Mose 20,2). Damit ist in erster Linie das Volk Israel gemeint.

Sie werden im Neuen Testament an verschiedenen Stellen in ihrem Sinn wiederholt. Daraus ist ersichtlich, dass sie volle Geltung auch für die Gläubigen der neutestamentlichen Zeit haben.

 

2. Das Staats- oder Polizeigesetz Israels
Ein Beispiel dafür ist 2.Mose 21, wo das Gesetz über Leibeigenschaft , Totschlag und Körperverletzung zu finden ist. Diese Gesetze hat Gott gegeben, als Israel noch keinen König hatte (also der irdische Staat direkt von Gott regiert wurde). Israel hattte eine besondere Stellung vor allen Völkern, denn es war das „Volk des Bundes“ (2.Mose 19,6). Darum gab Gott selbst ihm Gesetze – eben auch für das gesellschaftliche Leben.

 

3. Das Gottesdienstliche oder Zeremonialgesetz
Darunter verstehen wir alles, was mit der Ordnung des alttestamentlichen Gottesdienstes zu tun hat (Opfer, Feiertage, Sabbate, Speisevorschriften usw.). „Zeremonialgesetz“ heißt es, weil darin eben die Zeremonien geregelt werden.

 

Der Sinn dieser Gesetze und Vorschriften war: „So lasset nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmte Feiertage oder Neumonde oder Sabbate, welches ist der Schatten von dem, was zukünftig war; aber der Körper selbst ist in Christo.“ (Kol. 2,16.17). Die Opfer sollten also auf Christus hinweisen. Sie waren erledigt und erfüllt und hatten ihre Bedeutung verloren, als der Heiland, auf den sie zielten, gekommen war und sich selbst zum Opfer für Sünden gegeben hatte.

Aus welcher Art von Gesetz ist nun aber der Vers genommen: Ein Weib soll nicht Mannsgeräte [d.h. Männerkleider] tragen, und ein Mann soll nicht Weiberkleider antun; denn wer solches tut, der ist dem HErrn, deinem GOtt, ein Greuel.“? 


Der Text im Zusammenhang:

Wenn du deines Bruders Esel oder Ochsen siehest fallen auf dem Wege, so sollst du dich nicht von ihm entziehen, sondern sollst ihm aufhelfen. Ein Weib soll nicht Mannsgeräte [d.h. Männerkleider] tragen, und ein Mann soll nicht Weiberkleider antun; denn wer solches tut, der ist dem HErrn, deinem GOtt, ein Greuel. Wenn du auf dem Wege findest ein Vogelnest auf einem Baum oder auf der Erde mit Jungen oder mit Eiern, und daß die Mutter auf den Jungen oder auf den Eiern sitzet, so sollst du nicht die Mutter mit den Jungen nehmen, 7 sondern sollst die Mutter fliegen lassen und die Jungen nehmen, auf daß dir's wohlgehe und lange lebest. Wenn du ein neu Haus bauest, so mache eine Lehne drum auf deinem Dache, auf daß du nicht Blut auf dein Haus ladest, wenn jemand herabfiele. Du sollst deinen Weinberg nicht mit mancherlei besäen, daß du nicht zur Fülle heiligest solchen Samen, den du gesäet hast neben dem Einkommen des Weinberges. 10 Du sollst nicht ackern zugleich mit einem Ochsen und Esel. 11 Du sollst nicht anziehen ein Kleid von Wolle und Leinen zugleich gemenget. 12 Du sollst dir Läpplein machen an den vier Fittichen deines Mantels, damit du dich bedeckest. (5.Mose 22,4-12)

 

Wir erkennen sofort, dass dieser Vers inmitten von Versen steht, die speziell dem Volk Israel, und zwar als Staatsgesetz, gegeben sind. Dies wird bestätigt, wenn wir noch weiter vor diesem Vers lesen (5.Mose 21,15), dass ein ungeratener Sohn gesteinigt werden soll.

 

Eingleitet werden all diese Gesetze mit den Worten Gottes: „Das sind die Gebote und Rechte, die ihr halten sollt, daß ihr danach tut im Lande, das der HErr, deiner Väter GOtt, dir gegeben hat einzunehmen, solange ihr auf Erden lebet. (5.Mose 12,1). Es gibt keinen Zweifel: Das Gesetz, ein Mann solle keine Frauenkleider tragen und umgekehrt soll eine Frau keine Männerkleider tragen, steht mitten in den Vorschriften, die Gott dem Volk Israel gegeben hat. Sonst müssten auch wir heute ungeratene Kinder zu den Ältesten bringen, die zu Gericht im Tor sitzen, und diesen Sohn steinigen lassen oder wir dürften keine Kleidung aus Mischgewebe tragen (5.Mose 22,11) oder wir müssten „Läppchen“  (Zipfel, Quasten) an unsere Kleidung machen, wie im Vers 12 vorgeschrieben ist.

 

Was wäre das für ein seltsamer Grundsatz, die Heilige Schrift auszulegen, wenn man einfach einen Vers aus einem Abschnitt nimmt und sagt: „Den müssen wir beachten und befolgen!“ – und alle anderen nicht?

 

Warum also fordern manche, das eine zu befolgen, während sie das andere beiseite lassen? Nach welchen Grundsätzen entscheiden sie? Nach ihrem Gutdünken? Wer gibt ihnen das Recht, den Gläubigen alttestamentliche Gesetze Gottes den neutestamentlichen Gläubigen auf das Gewissen zu legen und dabei diejenigen, die es nicht halten, zu bezichtigen als wären sie von der rechten Lehre abgeirrt?

 

Gottes Wort sagt dazu: „So ihr denn nun abgestorben seid mit Christo den Satzungen der Welt, was lasset ihr euch denn fangen mit Satzungen, als lebtet ihr noch in der Welt? Die da sagen: Du sollst das nicht angreifen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren, welches sich doch alles, unter Händen verzehret, und ist Menschengebot und - lehre; welche haben einen Schein der Weisheit durch selbsterwählte Geistlichkeit und Demut und dadurch, daß sie des Leibes nicht verschonen und dem Fleisch nicht seine Ehre tun zu seiner Notdurft.“ (Kol. 2,20-23)

 

Es gilt hier, was auch von denen gesagt ist, die immer noch die Beschneidung von Christen forderten: Wer euch aber irremacht, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er wolle... Wollte GOtt, daß sie auch ausgerottet würden, die euch verstören! (Kol. 2,10.12) 

Gott der HERR behüte uns vor falscher Lehre und vor Menschensatzungen! Amen.

 


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