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P redigt am 14. Sonntag nach Trinitatis

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Predigt am 14. Sonntag nach Trinitatis

Predigttext: Und es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten. durch Samarien und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die stunden von ferne und erhuben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zuihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund worden war, kehrete er um und preisete Gott mit lauter Stimme und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die Neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete und, gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin! Dein Glaube hat dir geholfen. (Lukas 17,11-19)

Gebet: Rede, HERR, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt; nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. Amen.

Geliebte Brüder und Schwestern im HERRn!

"Und es begab sich, da er reiste gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläa." (Luk. 17,11). Zwar klingt es, als ob der Evangelist Lukas uns nur die Reiseroute Jesu mitteilen wollte, aber die Worte sagen viel mehr! In Samaria wohnt das Mischvolk aus Iraeliten und Heiden: die Samariter! Zwischen Juden und Samaritern herrschte Feindschaft; beteten die Samariter doch nicht zu Jerusalem an und hielten nur die 5 Bücher Mose für Gottes Wort. Galiläa wurde "Galiläa der Heiden" genannt. Ein bunt gemischtes Volk wohnte dort.

Es gab Götzendienst und vor allem Schweinezucht, was bei den Juden große Abscheu hervorrief. Gerade durch diesen von den Juden gemiedenen und gehaßten Landstrich nahm der Heiland seinen Weg.

Zum Zeichen der Hoffnung für alle verachteten und elenden Sünder der ganzen Welt hatte Gott der HERR diesen Menschen schon lange Zeit vorher seine barmherzige Zuwendung verheißen, wie der Prophet Jesaja kündet: "Doch es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind. Hat er zur vorigen Zeit gering gemacht das Land Sebulon und das Land Naphthali, so wird er es hernach zu Ehren bringen, den Weg am Meere, das Land jenseits des Jordans, der Heiden Galiläa. Das Volk das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; und über die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell." (Jes. 9,1.2).

Jesus, der Retter von Sünden begann darum sein Werk gerade dort: "Und Jesus kam wieder in des Geistes Kraft nach Galiläa; und das Gerücht erscholl von ihm durch alle umliegenden Orte." (Luk. 4,14). Nun finden wir ihn wieder in der Gegend von Galiläa und Samaria. Er geht nach Jerusalem, in die Stadt seines Leidens und Sterbens, um dort für Juden und Heiden, für Galiläer, Samariter und auch für unsere Sünden sein teures Blut zu vergießen. Auf dem Weg dorthin zeigt er in seiner Liebe ganz offen, daß er "gekommen ist, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist" (Luk. 19,10). Ja, Jesus zeigt uns, wie er allezeit sein Wort erfüllt: "Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen." (Ps. 50,15). Betrachten wir anhand dieses Verses den Bericht des Evangelisten!

1. Rufe mich an in der Not!

"Und es begab sich, da er reiste gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser!" (Luk. 17,11-13).

Neun Juden und ein Samariter - das Elend hatte sie hier zusammengeführt: Kein Haß, kein Streit, sondern ein gemeinsamer Hilfeschrei! Sie befolgten Gottes Gebot aus den Mosebüchern: "Darum soll ihn der Priester besehen und für unrein urteilen... Wer nun aussätzig ist, ...soll rufen: Unrein, unrein! Und solange das Mal an ihm ist, soll er unrein sein, alleine wohnen und seine Wohnung soll außerhalb des Lagers sein." (3.Mose 13,3.45.46). Die Ansteckungsgefahr war groß! Furchtbar für jeden, der erkrankte: Rohes Fleisch tritt hervor, Arme und Beine schwellen an, die Haut wird dürr, Nägel an Händen und Füßen fallen ab, ständig tränen die Augen und aus der Nase fließt übelriechender Schleim. Sie lebten fern ihrer Familien, ausgeschlossen von den schönen Gottesdiensten des HERRn, oft in bitterer Armut unter ihresgleichen. Ständig sahen sie an den anderen Kranken den schmerzvollen Verlauf der tödlichen Seuche.

"Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser!" (Verse 12.13)

Als die zehn leidgeprüften Männer Jesus sahen, wurden ihre Herzen von mächtiger Hoffnung durchglüht. Ohne Zweifel hatten sie von ihm gehört, wie er schon so vielen Kranken und Elenden geholfen hatte, an Seele und Leib. So war in ihnen der rettende Glaube aufgekeimt, der aus der Predigt von Jesus in das Herz fällt. So war aus der Verkündigung in ihnen die Überzeugung gewachsen: Jesus ist der verheißene Heiland. Diesen Glauben bestätigt der HERR später, indem er sagt: "Dein Glaube hat dir geholfen." (Vers19).

"Denn allein die Anfechtung lehrt aufs Wort merken." (Jes. 28,19). Voller Vertrauen wenden sie sich zu ihm, der nun ihre einzige Hoffnung ist, flehen und rufen: "Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser!" Wie du anderen geholfen hast, so kannst du doch auch uns helfen! So ist es immer, wenn der allmächtige Gott sich über Sünder erbarmt und sich zu ihnen herabneigt: Er sieht unseren Jammer und unsere Not, da wird sein glüht Heilandsherz in mächtiger Liebe! Er ist ja der HERR und Gott, der sich seiner Geschöpfe annimmt: "Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten..., denn ich bin dein Helfer" (Ps 50,15). Dies, liebe Gemeinde, ist das Erste, wozu Gott uns auch heute durch sein ermutigt, daß wir ihn in unserer Not anrufen, ihn anflehen und bitten. Denn in seinem Wort betritt er auch unseren Ort, kommt in unsere Nähe, steht vor uns: "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." (Matth. 18,20). So ist unser Heiland in seinem Wort und seiner unsichtbaren Gegenwart auch heute mitten unter uns.

Auch uns ermutigt er: "Rufe mich an in der Not!" Würde er uns dazu auffordern, wenn er uns nicht helfen wollte? Ihm ist es ernst; er täuscht uns nicht. Darum dürfen wir ihm getrost alle unsere Not klagen: sei es leibliche Not, Armut, körperliche Schmerzen oder auch die Hinfälligkeit des Körpers, Einsamkeit oder Schwermut, Niedergeschlagenheit oder Unruhe. Vielleicht ist es auch Not in geistlichen Dingen, daß der Satan dich so oft in Versuchungen stürzt, oder daß du unter vielen Anfechtungen leidest. Vielleicht klagst du auch über deine Schwachheit, gegen Kleinglaube, Zweifel oder bestimmte Sünden siegreich kämpfen zu können. Du mußt nicht unter deiner Not zusammenbrechen oder gar verzweifeln. Auch über deinem Elend erklingt das Wort deines Gottes: "Rufe mich an in der Not!".

Er will dir helfen, darum fordert er dich auf, daß du dein Herz vor ihm ausschüttest! "Sorget nichts, sondern in allen Dingen (es seien leibliche oder geistliche, solche, die dir groß und solche, die dir gering scheinen - der HERR sagt: In allen Dingen...) lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden." (Phil. 4,6). Ein kurzes schlichtes Gebet hört dein Heiland. Ja, selbst ein schwacher Seufzer deines gequälten Herzens ist in seinen Ohren ein unüberhörbarer Hilfeschrei! "Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser!" - die zehn Aussätzigen machten auch nicht viel Worte! "Das Verlangen der Elenden hörst du, HERR; ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket." (Ps. 10,17).

Klage ihm dein größtes Elend zuerst: Es ist der Aussatz, mit dem alle Menschen seit dem Sündenfall behaftet sind. "Die Sünde ist der Leute Verderben!" (Spr. 14,34). Sie hat den Tod und Elend über alle Menschen gebracht. Sie hat aus Gottes Ebenbild verdammungswürdige Sünder gemacht. "Rufe mich an in der Not" deiner Sünde! "Denn ‚wer den Namen des HERRN wird anrufen, soll selig werden." (Röm. 10,13). Der HERR Christus ist der Helfer in aller Not. Er spricht: "Rufe mich an in der Not!" und weitergezogen:

 

2. ...so will ich dich erretten

Gott sagt ja selbst: "Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen." (Ps. 91,15). Keine Not ist zu tief, daß Jesus nicht helfen könnte! Kein Mensch ist zu schlecht, daß Jesus nicht helfen wollte. Keine Sünde ist zu groß, Gottes Gnade ist größer! Darum klopfe im Namen Jesu getrost an, denn "wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan." (Matth. 7,8)

Die zehn Aussätzigen durften es an Seele und Leib erfahren: "Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern! Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein." (Luk. 17,14). Nicht sofort konnten sie die Hilfe sehen und spüren. Er sprach auch nicht wie an anderem Ort: "Ich will es tun; sei gereinigt!" (Mk. 1,42). Er weist sie den Weg, den Gott im Alten Bund befohlen hat, zu den Priestern, denen die Beurteilung von Aussatz aufgetragen war: "Gehet hin und zeiget euch den Priestern!"

Mit diesem Aufruf bindet er die Männer an sein Wort: Sie sollen auf sein Wort vertrauen, denn erst auf dem Weg werden sie rein: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben." (Joh.20,29); selig sind, die von IHM alles Gute erwarten und erflehen, selbst wenn die Umstände auf das Gegenteil deuten. Das will der HERR auch von uns, daß wir auf sein Wort alle Zuversicht setzen, ihm nicht vorschreiben wie und wann er zu helfen hat, sondern nur flehen: "Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser!". Er will erhören - aber wodurch und zu welcher Zeit, steht in seiner Gnade. So hat er uns beten gelehrt: "Aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" (Luk. 11,2). Er hat verheißen: "Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten!" Dieses Wort steht wie ein Fels in der Brandung des Kleinglaubens, des Zweifels und der Gefühle! Halte dich daran fest - dein HERR lügt nicht! "Und soll geschehen, ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören." (Jes. 65,24). Und Jesus schwört uns: "Wahrlich, wahrlich ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er‘s euch geben." (Joh. 16,23).

"Des HERRn Wort ist wahrhaftig; und was er zusagt, das hält er gewiß." (Ps. 33,4). Er wird dich erretten auch aus aller irdischen Not zu seiner Zeit und auf seine Weise - so wie es für dich am besten ist. Die zehn Aussätzigen heilte er. Niemals aber hilft Jesus nur in Äußerem allein. Den Menschen nach Leib und Seele zu retten, das ist sein Ziel. So ist er auch als Messias durch die Propheten angekündigt, mit Zeichen, die ihn als den Erlöser bestätigen: "Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein und die Tauben hören, die Toten stehen auf und den Armen wird das Evangelium gepredigt." (Matth. 11,5). So ruft ein jeder Mensch, der Jesus als seinen Heiland im Glauben angenommen hat: "Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe." (Ps. 91,1.2). "Du bist mein Schirm; du wirst mich vor Angst behüten, daß ich errettet gar fröhlich rühmen kann." (Ps. 32,7). "Du bist mein Schirm und Schild; ich hoffe auf dein Wort." (Ps. 119,114).

 

3. ...und du sollst mich preisen

Im Psalm lesen wir auch: "Die zum HERRN riefen in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten und führte sie aus der Finsternis und Dunkel und zerriß ihre Bande: die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die an den Menschenkindern tut." (Ps. 107,13-15). Was aber hören wir in unseren Versen? "Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er geheilt war, kehrte um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter... Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen." (Verse 15.16.19).

Nur einer dachte an den Dank. Noch während er auf dem Weg zu den Priestern war, bemerkte er an sich das Wunder. Eilig kehrte er um, vielleicht mit der Sorge, Jesus könnte inzwischen weitergezogen sein, die anderen vergaßen den Dank. Jesus verwundert sich: "Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling?" (Verse 17.18). Sie versagten Gott die ihm zustehende Ehre - zu ihrem eigenen Schaden. Sie stürzten sich wohl sofort ins pulsierende Leben, feierten und ließen sich bestaunen. Ihre Gesundheit wurde ihnen zum Fluch, weil sie sie mißbrauchten. Darum steht dieser Dankende aus dem Volk der falschgläubigen Samariter für uns zum Vorbild. Denn - so unbegreiflich es auch scheinen mag: Wir alle stehen in der Gefahr, Gottes wunderbare Hilfe schnell wieder zu vergessen oder sie mit der Zeit für selbstverständlich zu halten.

Haben wir unseren HERRn nicht auch schon auf diese Weise betrübt? Haben wir nicht auch schon seine Hilfe, seine wunderbaren Wege mit uns und unseren Lieben unserer eigenen Geschicklichkeit, unserem Überlegen und Handeln zugeschrieben? Gott sei es geklagt: Unser dank ist oft so schwach, von so kurzer Dauer! Wir sind arg, sicher, faul und kalt! Fallen wir ihm doch mit dem Samariter zu Füßen! Danken wir ihm heute im Jubel der Geretteten und rufen mit David: "Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen." (Ps. 103,2.3). Wie können wir ihm noch danken? Indem wir IHN den anderen Elenden und Gequälten von ihm erzählen, den Sündern, die ihren Heiland noch nicht kennen und darum verlorengehen müssen. David, dem der HERR auch die furchtbarsten Sünden seines Lebens gnädig vergeben hatte singt: "Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, daß es die Elenden hören und sich freuen." (Ps. 34,2.3).

Das ist Gottes Wille: "Die Elenden sehen‘s und freuen sich; und die Gott suchen, denen wird das Herz leben." (Ps. 69,32). Amen. 

 

 

Auf ein Wort...

Wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christ, daß er sei der HERR, wir aber eure Knechte um Jesu willen. (2.Kor. 4,5)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 10. März 2010 um 06:15 Uhr
 

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