Evangelisch-Lutherische Immanuel-Gemeinde Steeden

unabhängige lutherische Bekenntnisgemeinde

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Liste der Predigten Predigt am Sonntag Estomihi 2012

Predigt am Sonntag Estomihi 2012

E-Mail Drucken
Predigt am Sonntag Estomihi 2012
über Lukas 18,31-34

Predigttext: Er nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespien werden, und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er auferstehen.
Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war.

        
Geliebte Gemeinde in Jesus Christus!
Wir stehen kurz vor der Passionszeit, in der wir das Leiden und Sterben unseres HERRn Christus bedenken.
Dreimal kündigt er genau das seinen Nachfolgern an.
Unser Text berichtet von eben der dritten Leidensankündigung.
Jesus wusste, wie wenig seine Jünger  erst davon begriffen hatten, dass sein “Reich nicht von dieser Welt” ist (Joh. 18,36), dass er nicht vorhatte, z.B. durch einen Aufstand die bedrückende Macht der Römer zu beseitigen und die herrschende Klasse der Pharisäer zu entmachten.
Mit Geduld wies er sie darum auf die Weissagungen der Propheten.
So erklärte er ihnen nach seiner Auferstehung:: “O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war“ (Luk. 24,25-27).
“Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem!” - mit diesen Worten trat der HERR Christus seinen Leidensweg an.
1Das ist das Erste, was wir zu Herzen  nehmen wollen: Die rechte Erkenntnis über Jesus Christus, über alles, was er getan und geredet hat, kann einer nur haben, wenn er sich von Gottes Wort belehren lässt.
Darum verweist der HERR Christus seine Jünger auf die Bibel des Alten Testamentes und spricht eben: „Es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn”.
Es war nur kurze Zeit vorher, dass Christus im Dorf Bethanien den Lazarus vom Tod auferweckt hatte.
Dieses Wunder hatte den Hass der Hohenpriester und Pharisäer ganz besonders erregt: “Was tun wir? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Lassen wir ihn so, dann werden sie alle an ihn glauben, und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute” (Joh. 11,47.48).
Sie bangten um ihren Einfluss auf das Volk; darum sprachen sie: “ Wenn jemand weiß, wo er ist, soll ers anzeigen, damit sie ihn ergreifen könnten” (Joh. 11,57).
Weil aber seine Zeit noch nicht gekommen war, hatte Jesus sich mit seinen Jüngern in die Stadt Ephraim zurückgezogen (Joh. 11,54).
Nun aber, kurz vor dem jüdischen Passahfest, “nahm er zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn”.
Gerade so sprach Christus auch nach seiner Auferstehung, am Ostertag, zu den Jüngern: “Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, sodass sie die Schrift verstanden” (Luk. 24,44.45).
Christus weist auch uns an das Wort der Heiligen Schrift, damit wir ihn recht erkennen.
Er knüpft alles an das geschriebene Wort Gottes, und das ganze geschriebene Wort Gottes dreht sich um ihn.
Er ist der Mittelpunkt der Bibel.
Und alles, was im Neuen Testament geschrieben steht, ist im Alten Testament verborgen, geweissagt, von Gott durch die Propheten verheißen.
Kannst du etwas im Alten Testament nicht verstehen, so frage, wie es mit dem Heiland, wie es mit Jesus Christus zusammenhängt.
Denn die Juden hatten das rechte Verständnis für das Alte Testament immer mehr verloren, weil sie nicht mehr auf die Hauptsache achteten, auf den geweissagten den Heiland der Sünder.
Sie warteten auf einen Befreier von irdischen Zwängen, der ihrem Volk zu weltlichem Ruhm und Glanz verhilft.
Den Heiland der Verlorenen, den Retter vom ewigen Verderben, wollten sie nicht; das fanden sie nicht mehr so wichtig.
Ihr gegenwärtiges Leben und Befreiung von der Besatzungsmacht war ihnen wichtiger als ihr ewiges Heil.
Als Jesus sprach: “Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.” (Mark. 2,17), da riefen sie: “Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche” (Luk. 19,14).
Darum schreibt Paulus über die Juden: “Aber ihre Sinne wurden verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt diese Decke unaufgedeckt über dem Alten Testament, wenn sie es lesen, weil sie nur in Christus abgetan wird. Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, hängt die Decke vor ihrem Herzen. Wenn Israel aber sich bekehrt zu dem Herrn, so wird die Decke abgetan.” (2.Kor. 3,14-16).
Es ist eine List des Teufels, dass er die Sinne verblendet und über Jesus einen völlig falschen Eindruck entstehen lässt.
Wenn Menschen Jesus beurteilen, aber als Quelle für ihre Erkenntnis nicht das Bibelwort wählen, sondern ihre vernünftigen Überlegungen, dann wird Christus für sie immer ein gewöhnlicher Mensch bleiben.
Geistliche und göttliche Dinge bleiben dem Menschen dann gänzlich verborgen.
Darum: „Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden“ (1.Kor. 2,14).
Es ist dies das Ziel des Teufels, dass Menschen hinter Jesus alles andere vermuten und glauben - nur nicht, dass er gekommen ist, Sünder zu suchen und selig zu machen (Luk. 19,10).
Denn erkennen Leute ihr entsetzliches Verderben und fliehen im Glauben zu Christus, dann werden sie seinem Reich entrissen!
Dagegen arbeitet der Teufel und gebraucht dazu einen ganz bestimmten Irrtum: Er führt den Menschen zu der Annahme, irdische Not sei viel schlimmer als die geistliche Not, als die Schuld vor Gott, als der Unfriede mit Gott, das Getrenntsein von Gott.
Diese Not, unsere Sündennot, macht er ganz klein.
Kommen wir aber in Armut, Krankheit, werden bedrückt oder eben wie das damalige Israel von Feinden beherrscht, dann lässt er diese Not furchtbar groß erscheinen, so dass wir Menschen unser Verderben vor Gott vergessen.
Wir sehen es an den Jüngern Jesu.
Als der HERR ihnen wiederholt sein leiden, Sterben und Auferstehen angekündigt hatte, hören wir: “Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war”.
Warum? Weil sie immer noch meinten, Jesus werde vor allem die irdische Not in Israel beseitigen.
Als Jesus auferstanden war, lehrte er seine Jünger noch 40 Tage “und redete mit ihnen vom Reich Gottes” (Apg. 1,3), aber sie fragten ihn: “HERR, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel?” (Apg 1,6).
Da fragt man sich doch: Woher kamen diese falschen Vorstellungen?
Als der HERR Christus sein Leiden und Sterben für die Sünder das erste Mal ankündigte, sprach Petrus zu ihm: “Gott bewahre dich, HERR, das widerfahre dir nur nicht!” (Matth. 16,22).
“Aber er wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist” (Matth. 16,23).

Die Jünger konnten Jesu Worte nicht verstehen, weil sie ihre eigenen vernünftigen Überlegungen nicht unter die Gottesworte der Propheten zwangen.
So lehrt uns Gottes Wort: „Wir zerstören damit Gedanken und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus“ (2.Kor. 10,5).
Ihnen mussten erst noch die Augen geöffnet werden.
Was für eine Geduld hat Christus!
Ruhig lehrt er seine Jünger und er führt auch heute durch sein Wort dahin, dass Sünder sich als Sünder erkennen und im Glauben zu ihm fliehen!
2Eben dazu dient die Passionszeit, in der wir Christi Leiden und Sterben bedenken, dass wir ihn durch Gottes Bibelwort als den menschgewordenen Gott und vor allem als unseren Erlöser und HERRn erkennen.
Viele Prophetenworte hatte der menschgewordene Sohn Gottes bis dahin schon erfüllt:
Die Jungfrau Maria hatte ihn zur Welt gebracht, wie geschrieben steht: “Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären” (Jes.7,14).
Das war in Bethlehem in Erfüllung gegangen, wie Gott es durch den Propheten Micha hatte weissagen lassen (Micha 5,1).
Jesus predigte vom Gnadenreich Gottes in unzähligen Städten und Dörfern, wie geschrieben steht: “Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen” (Jes. 61,1).
Nun musste Jesus neben dem bereits Erfüllten sein Heilandswerk vollenden: “Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn”
Aus diesen Worten erkennen wir deutlich, dass alles, was der HERR von seinem Leiden ankündigte und was sich dann in Jerusalem ereignete, kein blinder Zufall, kein unvorhergesehenes Schicksal war.
“Es wird alles vollendet werden...”
Alles traf so ein, wie es Gott zu unserer ewigen Errettung bestimmt und durch die alttestamentlichen Propheten angekündigt hatte.
In diesen Rat Gottes des Vaters hat unser Heiland bewusst und gern eingewilligt: “Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem...!” und ging bewusst all dem entgegen.
Im vertrauenden Glauben an IHN sind wir begnadigte, gerechtfertigte Sünder, rein und geheiligt durch das Blut seines Sohnes!
Und von dieser unserer Erlösung durch das Opfer des Sohnes Gottes am Kreuz haben die Propheten der alttestamentlichen Zeit Jahrhunderte vorher geweissagt: “...und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn”
Denken wir nur an die 700 Jahre vorher verkündigten Worte des Propheten Jesaja (50,6): “Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel” oder an die Stelle, wo Christus hunderte Jahre zuvor auch zu jedem von uns sagt: “Mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten. Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht (Jes. 43,24b.25).
Und wenn wir den Heiland am Kreuz an unserer Statt den Zorn Gottes tragen sehen, wenn wir auf ihn blicken, wie er sterbend seufzt: “Es ist voll bracht” - werden dann unsere Herzen nicht zu noch viel größerer Liebe entflammt, wenn wir wissen: Er hat das alles auf sich zukommen sehen und wollte es durchleiden, damit wir von der Last und Strafe unserer Schuld entbunden würden?!
Wir sehen seine durchbohrten Füße und Hände und hören, wie er durch den Propheten spricht: “Siehe, in meine Hände habe ich dich gezeichnet!” (Jes. 49,16).
Wer kann da noch kalt und leer bleiben?

Er war nicht bitter; selbst seine Henker lagen ihm am Herzen: “Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!” (Luk. 23,34)
Denn es steht geschrieben: “Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf...er hat die Sünden der Vielen getragen und für die Übeltäter gebetet” (Jes. 53,7.12)
Diese und die Menge aller anderen Weissagungen fasst Jesus in den Worten zusammen: “Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespien werden, und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tag wird er auferstehen”.
Diesen Trost gab der Herr kurz vor diesen schrecklichen Tagen seinen Jüngern noch mit und lässt in den kommenden Schmerz der Jünger schon jetzt die Ostersonne leuchten.
Sie sollten ihn als den von Gott verheißenen Messias und als ihren Heiland erkennen: “Jetzt sage ich‘s euch, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt, dass ich es bin” (Joh. 13,19).

Das schenke der HERR auch uns, dass wir trotz aller Täuscherei und Lügen des Teufels unseren Heiland klar erkennen, nämlich aus dem geschriebenen Wort der Apostel und Propheten - und durch den Glauben das ewige Leben haben in seinem Namen.
“Gott gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid und wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist” (Eph. 1,17.18). Amen.

Pfarrer Martin Blechschmidt, Runkel-Steeden
 

Auf ein Wort...

Wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christ, daß er sei der HERR, wir aber eure Knechte um Jesu willen. (2.Kor. 4,5)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 10. März 2010 um 06:15 Uhr
 

Übrigens...

Wir haben 1 Gast online

Der Weg zu uns... [google-maps]

Sehen Sie sich Ihre Fahrtroute zu uns in GOOGLE-MAPS an... Tragen Sie Ihre Straße, Ihre Postleitzahl und Ihren Wohnort ein:

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!