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Was bedeutet "segnen"?

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Was bedeutet „segnen“?

1. Wenn Gott ‘segnet’, übereignet er seine Gaben

Die erste Stelle, an der uns ‘segnen’ in der Heiligen Schrift begegnet, ist der Schöpfungsbericht: „Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch...“ (1Mose 1,22; so auch 1Mose 1,28; 5,2)

Offensichtlich ist hier mit ‘segnen’ gemeint, daß Gott der HERR seinen Geschöpfen seinen Schutz und seine Fürsorge zuspricht. Dieses ‘Segnen’ ist einzigartig; keiner kann und darf es ‘nachmachen’.

 

2. Gott setzt jemanden zum Segen

Gott sprach zu Abram: „Du sollst ein Segen sein... In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ (1Mose 12,3). Hier will Gott durch einen von ihm bestimmten Menschen andere Menschen segnen. Man könnte dieses ‘Segnen’ vom Sinn her mit ‘beschenken’ wiedergeben: In dir sollen beschenkt werden... Blicken wir auf die Geschichte des Volkes Gottes, so erkennen wir: Tatsächlich ist Abraham ein Segen für ‘alle Geschlechter auf Erden’ geworden (Gal 3,14), weil aus seinen Kindeskindern der Heiland der Welt gekommen ist (Röm 9,5). Auch dieser Segen ist einzigartig und kann nicht nachgeahmt werden.

 

3. Segen ist Zuspruch des Wortes Gottes

In 5Mose 33,1 lesen wir: „Dies ist der Segen, mit dem Mose, der Mann Gottes, die Israeliten vor seinem Tod segnete.“ Dann folgt die Erinnerung des Mose an Gottes Gnadengaben und für jeden Stamm des Volkes ein besonderer Zuspruch. Mose war ‘Prophet’ (5Mose 18,15). Seine Worte, die wir in der Heiligen Schrift aufgezeichnet finden, sind Gottes Wort (2Petr 1,19ff.). Gott hat ihm besondere Segensworte zur Weitergabe an einen bestimmten Personenkreis eingegeben.

 

4. Wir segnen Brot und Wein

1Kor 10,16: „Der gesegnete Kelch, den wir segnen...“. Hier ist offensichtlich die Verbindung von Gottes Wort mit den Elementen gemeint, die Christus uns zum Gebrauch im Heiligen Abendmahl befohlen hat. Hier heißt ‘segnen’ also ‘Gottes Wort über Wein und Brot sprechen’ und sie so zum sakramentalen Gebrauch auszusondern.

 

5. Im Gottesdienst hören wir den Segen Aarons

4Mose 6,23ff.: „So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: Der HERR segne dich und behüte dich...“ Aus dem, was wir bisher erkannt haben wird klar: Mose und Aaron sollten den Kindern Israel die Gnade des HERRn zusprechen. Gott sprach ihnen vor, was die Israeliten hören sollten. Danach heißt es: „Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, daß ich sie segne.“ (Vers 27). Menschen -wie Mose und Aaron- sprachen anderen Gottes Zusage zu (hier: Name Gottes - ‘Jahwe’ - ‘Ich bin der ich bin - Gott ist treu und unveränderlich).

Dieser ‘Segen’ hat sich bis auf uns ‘vererbt’, so daß wir dieselben Worte im Gottesdienst gebrauchen, die vor tausenden von Jahren Israel hörte. Gott will ja auch uns behüten, uns gnädig sein und uns seinen Frieden geben, wie er es an unzähligen Stellen in der Bibel wieder und wieder versichert.

 

6. Zum Beispiel Kinder segnen

Segnen’ Eltern ihre Kinder, so kann das nur heißen: Sie wünschen ihnen Gottes Fürsorge, Hilfe und seinen Schutz an; sie befehlen sie (z.B. in Krankheit) in die stärksten Vaterhände, die es gibt, in Gottes treusorgende Liebe. (Der ‘Erstgeburtssegen’ des alten Isaak (1Mose 27), mit dem der Erstgeborene aus seinen Geschwistern besonders herausgehoben wurde, ist eine spezielle Sache, die uns ebenfalls nicht zum Nachahmen befohlen ist.)

Die Handauflegung in bestimmten Situationen beim ‘Segnen’ (z.B. Taufe oder Konfirmation), also beim Zuspruch des Wortes Gottes (wie auch bei der Privatabsolution), hat auch keine magische Bedeutung, sondern heißt soviel wie: Du bist gemeint. Was jetzt gesagt wird, gilt dir!

Anderes sagt uns Gott in seinem Wort nicht. Darum dürfen wir nicht ‘etwas erfinden’, was dann ganz bestimmt vom eigentlichen Wort Gottes ablenkt, etwas Magisches ahnen läßt oder Menschen fälschlicherweise in ihren Sünden beruhigt (z.B. statt Falschgläubigen das heilige Abendmahl zu reichen, sie am Abendmahlstisch zu ‘segnen’).

Zusammenfassung

Es segnet:

a) Gott die Menschen (wenn er ihnen Gutes an Leib und Seele schenkt) Ps. 67,1

b) den Sabbat (wenn er ihn vor anderen Tagen erwählt) 1.Mose 2,3; 2.Mose 20,11

c) der Mensch Gott (indem er ihn lobt und preist) 1.Kor. 14,16

d) der Mensch den Menschen (wenn er ihm allerlei alles Gute wünscht) 1.Petr. 3,9; 1.Sam. 25,33; 2.Sam. 13,25; Apg. 20,1) ihn rühmt oder verabschiedet

e) der Mensch sich selbst (wenn er Gott im Glauben an Christus dient) 1.Mose 12,3; 2.Kor. 1,18f. Ps. 10,3 (der Gottlose sich im Irrtum, wenn er nach zeitlichem Gewinn trachtet)

f) der berufene Diener Brot und Wein (indem er Christi Worte der Einsetzung wiederholt und so diese Elemente zum heiligen Gebrauch aussondert) 1.Kor. 10,16

g) „segnen“ auch für fluchen lästern, d.h. Abschied geben (1.Kön. 21,10.13; Hiob 1,5.11

Segen’ ist der Zuspruch des Wortes Gottes ganz allgemein und speziell, wenn Christus es uns in seinem Wort befiehlt (Brot und Wein). ‘Segen’ ist nicht etwas ‘Magisches’, mit dem man z.B. ein Auto unfallsicher, eine Feuerwehr erfolgreich oder einen Krankenwagen besonders schnell machen kann. All das, was in diesem Sinn geschieht, ist von Gott nicht befohlen. Nirgendwo in der Heiligen Schrift offenbart Gott seinen Willen darüber, daß wir Gegenstände, von denen wir uns etwas Gutes versprechen, ‘segnen’ sollen.

Verkünden wir Gottes Gnadenbotschaft, das heilige Evangelium unseres HERRn Jesus Christus, dann will Gott freilich dadurch ‘segnen’, das heißt dann: Gott will dadurch das schenken, was er darin verheißt: Vergebung, Versöhnung, Seligkeit.

 

Auf ein Wort...

Wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christ, daß er sei der HERR, wir aber eure Knechte um Jesu willen. (2.Kor. 4,5)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 10. März 2010 um 06:15 Uhr
 

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