"Wiewohl viel Bücher sind, die sehr nütze sind, und feine, geschickte, gelehrte Leute machen können, so ist's doch alles allein zu diesem vergänglichen Leben gerichtet, und weltliche Weisheit oder Gerechtigkeit; kann keinen GOttes-Menschen machen, noch denselben lehren, strafen, bessern, züchtigen zur Gerechtigkeit, und zu allem guten Werk geschickt oder vollkommen machen. Welches muß allein die heilige Schrift tun, von GOtt selbst eingegeben und gelehrt. ... Wenn wir glauben könnten, daß GOtt selbst mit uns in der Schrift redete, so würden wir mit allem Fleiß darin lesen, und sie für unsere selige Werkstatt halten." (zu 2.Tim. 3,16.17; W 2, IX, 1852)
"Der Herrn und Fürsten Briefe, sagt man, soll man dreimal lesen; aber wahrlich, unsers HErrn GOttes Briefe (denn so nennt St. Gregorius die heilige Schrift) soll man dreimal, siebenmal, ja siebenzigmal siebenmal, oder, daß ich noch mehr sage, unendliche Mal lesen ..." (zu 1Mose 17,7; W 2, I, 1055)
"Darum, wenn die Leute nicht glauben wollen, so sollst du stillschweigen; denn du bist nicht schuldig, daß du sie dazu zwingest, daß sie die Schrift für GOttes Buch oder Wort halten; es ist genug, daß du deinen Grund darauf gibst." (zu 1Ptr. 3,15; W2, IX, 1071)
"Das ist des Heiligen Geistes Buch, nämlich die heilige Schrift, darin muß man Christum suchen und finden." (zu Ps. 40,8.9; W2, IX, 1775)
"Wer nun diese Historien nicht vergeblich lesen will, der soll es gewiß dafür halten, daß die heilige Schrift keine menschliche, sondern göttliche Weisheit ist: und alsdann wird er empfinden, daß sein Herz wunderbare große Liebe und Verlangen haben wird nach den Dingen, so in der heiligen Schrift sind." (zu 1Mose 25; W2, II, 2)
"Denn nicht allein die Wörter, sondern auch die Weise zu reden, deren sich der Heilige Geist und die Schrift bedinet, ist von GOtt." (zu Ps. 127,3; W2, IV, 1960)
"Nun aber muß man darauf merken, daß dies Buch einen andern Meister hat, nämlich, den Heiligen Geist, welcher den Geschichte der Heiligen eine große unumwandelbare Kraft gibt und ihre Herzen durch Glauben und Verheißung regiert. Und weil sich derselbe nicht scheut oder es für sein unwürdig achtet, solche geringe Dinge, und die zu nichts nütze zu sein scheinen, zu beschreiben, so soll uns auch nicht verdrießen, diese Historien mit großem Fleiß zu überlesen und zu erwägen." (zu 1Mose 43,6; W2, II, 1570)
"Darum habe ich oft gesagt, man soll auf den vornehmsten Meister dieser Historien sehen, nämlich, auf den Heiligen Geist, welcher ja keine leichtfertige Zunge hat oder vergebliche Dinge redet, sondern uns die wichtigsten, nützlichsten und heiligsten Dinge lehrt." (zu 1Mose 43,6; W2, II, 1573)
"Als, wenn sie es so vornehmen, und sagen: Du predigst, man solle nicht Menschenlehre halten, so doch St. Peter und Paulus, ja, Christus selbst, Menschen sind gewest; wenn du solche Leute hörst, die so gar verblendet und verstockt sind, daß sie leugnen, daß dies GOttes Wort sei, was Christus und die Apostel geredet und geschrieben haben, oder daran zweifeln: so schweige nur stille, rede kein Wort mit ihnen, und laß sie fahren; spricht nur also: Ich will dir Grund genug aus der Schrift geben; willst du es glauben, gut; wo nicht, so fahr immer hin." (zu 1Ptr. 3,15; W2, IX, 1238)
Die Heilige Schrift enthält keine Irrtümer
"Unser ganzes Predigtamt geht dahin, daß wir dieses Zeugnis von dem Sohne GOttes in den Herzen der Menschen aurfrichten mögen, aber der Satan richtet alle seine Betrügereien dahin, daß Christus nicht der Sohn GOttes sein soll. Also leugnen die Schwärmer Christum, weil sie seine Worte leugnen. Deswegen schärft Johannes dieses Zeugnis einzig und allein ein, daß wir glauben, Christus sei der Sohn GOttes. Wenn ich das glaube, so glaube ich alsdann, daß GOtt in seinem Worte wahrhaftig sei, und nicht lüge." (zu 1 Joh. 5,9; W2, IX, 1510)
"Die Heiligen haben in ihrem Schreiben irren und in ihrem Leben sündigen können. Die Schrift kann nicht irren..." (aus: Vom Mißbrauch der Messe. W2, XIX, 1073)
"Denn sie auch selbst, die Kirche, nicht nach ihrem eigenen Werk und Wort, sondern nach GOttes Wort sich richtet; weiß wohl, daß sie irren und fehlen kann, und solche Fehler und Irrtümer nach dem Worte GOttes bessern und ändern muß, welches allein nicht irren kann." (zu Ps. 111,9; W2, V, 1093)
"Also thun wir auch mit der Kindertaufe. Das Kind tragen wir herzu der Meinung und Hoffnung, daß es glaube, und bitten, daß ihm GOtt den Glauben gebe; aber darauf taufen's wir nicht, sondern allein darauf, daß es GOtt befohlen hat. Warum das? Darum, daß wir wissen, daß GOtt nicht lügt. Ich und nächster, und Summa, alle Menschen mögen fehlen und trügen, aber GOttes Wort kann nicht fehlen." (aus: Großer Katechismus; W2, X, 131)
1 wörtliche Eingebung der Heiligen Schrift durch den Heiligen Geist (2.Tim. 3,16; 2.Petr. 1,19-21)




