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Tausendjähriges Reich

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Die falsche Lehre von einem tausendjährigen Reich Christi auf Erden

(Chiliasmus)

 

 

Falsche Behauptung der Schwärmer

 

Vor dem Ende der Welt ist noch ein vom Gnadenreich Christi unterschiedenes „tausendjähriges Reich“ zu erwarten.

 

Die reine Lehre der lutherischen Kirche

 

Das Gnadenreich Christi und das Herrsein seiner Gläubigen auf Erden bleibt geistlicher Art bis ans Ende der Welt.

 

Beweis aus Gottes Wort

 

Lukas 17,20.21: „Das Reich GOttes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden. Man wird nicht sagen: Siehe hier oder da ist es! Denn sehet, das Reich GOttes ist inwendig in euch.“ (Glaube, vergleiche Eph. 3,17)

Römer 14,17: „Denn das Reich GOttes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geiste.“

Joh. 18,36: „JEsus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen.“

2.Tim. 4,18: „Der HErr aber wird mich erlösen von allem Übel und aushelfen zu seinem himmlischen Reich; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (Auf das Gnadenreich hier, wo der Christ auf Erlösung von allem Übel hofft, folgt unmittelbar das Ehrenreich im Himmel.)

1.Kor. 1,7: „… also daß ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unsers HErrn JEsu Christi.“

2.Petr. 3,13: „Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet.“

2.Petr. 3,10-14: „Es wird aber des HErrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die drinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des HErrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so tut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet.“ (Wir warten nicht auf ein tausendjähriges Reich, sondern auf den Jüngsten Tag, an dem die Erde vergehen und Christus Gericht halten wird.)

 

Gegen die Irrlehre vom tausendjährigen Reich

sagt Gottes Wort:

 

Joh. 5,28.29: „Verwundert euch des nicht; denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übels getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“ (Am Jüngsten Tag werden Gläubige und Ungläubige auferstehen. Von einem irdischen Königreich Christi ist keine Rede!)

1.Thes.4,16: „Denn er selbst, der HErr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune GOttes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Danach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken dem HErrn entgegen in der Luft; und werden also bei dem HErrn sein allezeit.“

Joh. 14,3: „Und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin.“ (Bei seiner Wiederkunft wird Christus die Seinen zu sich nehmen in den Himmel, damit sie ewig bei ihm sind.)

Matth. 25,31-46: (Wenn Christus wiederkommt, wird er Gericht halten und das Urteil sofort vollstrecken.)

1.Petr. 5,4: „… so werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der Ehren empfangen.“ (Wenn Christus kommt, holt er die Seinen in den Himmel.)

 

 

Der Text Offenbg. 20,1-15
kurz erklärt

 

Vorbemerkung

Überschriften gehören nicht zum Bibeltext, sondern wurden erst später eingefügt. Die Überschrift in neueren Bibeln „Das tausendjährige Reich“ ist falsch und irreführend. In der originalen Lutherbibel gibt es sie nicht!

 

Die Offenbarung des Apostels Johannes weissagt die Geschicke und Geschichte der Kirche Jesu Christi in Bildern.

Bis hierher hat Johannes gezeigt: Inmitten der Gemeinde Jesu sitzt Gott der Heilige auf dem Thron und die Kirche Christi gibt ihm die Ehre, lobt und preist ihn und bezeugt seine Ehre durch die Verkündigung seines Wortes.

Die oberste Herrschaft in der Gemeinde Christi ist dem Lamm gegeben. Das ist der HERR Christus. Und Christus ist es, der die Geschicke seiner Kirche lenkt und leitet. Da gilt: „Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen.“ Aber die Gemeinde der Gläubigen wird in die ewige Herrlichkeit eingehen, denn dafür sorgt Christus als ihr Schutzherr.

Trübsale, durch die die Kirche in den Himmel, das Ehrenreich Gottes, eingeht, gibt es viele: die von falschen Lehrern eingeführte Ketzerei, wie Werkgerechtigkeit, Schwärmerei, Vernunftglaube, viele Sekten... Außer diesen Trübsalen gibt es noch drei besondere „Wehe“, in denen leibliche und geistliche Trübsal beieinander ist: 1. die Ketzerei und Verfolgung der Arianer, 2. der Götzenglaube und die Grausamkeit der Mohammedaner und 3. das dritte und größte Weh, das römische Papsttum.

 

Hier im 20. Kapitel schaut Johannes ein neues Bild. Es ist wieder eine Weissagung im Blick auf die Geschichte der Kirche Christi auf Erden. Diese Weissagung nun bringt nicht etwas, was auf das dritte Weh (das römische Papsttum) zeitlich folgen wird. Dies wurde am Ende des vorherigen Kapitels deutlich, wo klar gesagt ist, dass das Weh des Antichrists bis an den Jüngsten Tag bleiben wird. Überhaupt hat die Offenbarung keine genaue zeitliche Abfolge im Sinn. Vielmehr greift sie fast bei jedem neuen Bild an den Anfang des Erdenweges der Kirche Christi zurück und zurück und zeigt jedesmal andere Gefahren, die ihr drohen und andere Trübsale, die ihr begegnen und andere Feinde, die sie verderben wollen. Aber immer wieder zeigt sich auch Gottes große Gnade und Treue, von der die Gemeinde der Gläubigen beschirmt und umfangen wird, damit sie sicher durch alle Gefahren kommt und das ewige Ziel, die himmlische Heimat, erreicht.

Die Weissagung im 20. Kapitel geht auch auf den Anfang des Erdenweges der Kirche Christi zurück und verfolgt denselben bis an sein Ende. Sie zeigt, wie Gott in seiner väterliche Güte und nimmermüden Treue die Seinen sicher durch alle Stürme der Trübsal führt und sie ans ewige Ziel bringt.

1 Und ich sah einen Engel vom Himmel fahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand 2 und ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der Teufel und der Satan, und band ihn tausend Jahre. 3 Und warf ihn in den Abgrund und verschloß ihn und versiegelte oben darauf, daß er nicht verführen sollte die Heiden, bis daß vollendet würden tausend Jahre; und danach muß er los werden eine kleine Zeit.

 

Der erste Teil des Bildes

Johannes sah über sich den Himmel und unter sich den höllischen Abgrund. Vom Himmel kam ein Engel, der den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand hielt. Johannes sah auch den Drachen, die alte Schlange, den Teufel. Diesen überwältigte der vom Himmel kommende Engel und band ihn mit der Kette und warf ihn in den Abgrund für tausend Jahre und verschloss den Abgrund und versiegelte ihn.

 

Was bedeutet der erste Teil des Bildes?

Dieser erste Teil des Bildes zeigt und bedeutet, wie der Satan „tausend Jahre nicht auch noch verführen sollte die Heiden“ - danach müsste er los sein „eine kleine Zeit“. Mehr sollst du darunter nicht verstehen. Du sollst nicht aus dem Bild schließen, dass der Satan auf Erden gar keine Macht mehr haben würde, sondern nur dieses eine: „daß er nicht verführen sollte die Heiden“.

 

4 Und ich sah Stühle, und sie setzten sich darauf, und ihnen ward gegeben das Gericht; und die Seelen der Enthaupteten um des Zeugnisses JEsu und um des Wortes GOttes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier noch sein Bild und nicht genommen hatten sein Malzeichen an ihre Stirn und auf ihre Hand: diese lebten und regierten mit Christo tausend Jahre. 5 Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis daß tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung. 6 Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung; über solche hat der andere Tod keine Macht, sondern sie werden Priester GOttes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.

 

Was bedeutet der zweite Teil des Bildes?

Dann sah Johannes Stühle (Throne). Er sah sie offenbar im Himmel. Wer setzte sich darauf? Wem wurde das Gericht gegeben? Es waren die „Seelen der Enthaupteten“, die enthauptet wurden „um des Zeugnisse Jesu und um des Wortes Gottes willen“, und es waren die Seelen derer, „die nicht angebetet hatten das Tier noch sein Bild“ und die, die „nicht genommen hatten sein Malzeichen an ihre Stirn und auf ihre Hand“.

Es ist hier also die Rede von den Seelen derer, die bis an ihren Tod den HERRn Christus treu bekannt haben als ihren Heiland und HERRn. Also die Seelen solch mutiger Bekenner, die z.B. in den Zeiten der großen Christenverfolgungen durch die gottlosen römischen Kaiser und in den Zeiten der Anfechtungen und Verfolgungen durch das römische Papsttum ihren Glauben mit ihrem Blut besiegelt hatten, die sah Johannes Platz nehmen auf den Thronen oder Stühlen, und ihnen wurde das Gericht gegeben. Johannes sah dies in der Zeit der tausend Jahre, in welcher der Teufel nicht auch noch verführen sollte die Heiden.

Der zweite Teil des Bildes bedeutet und zeigt, dass die Seelen der bis an ihren Tod treuen Bekenner während der tausend Jahre mit Christus leben und regieren sollen.

 

Johannes sah auch, dass die anderen Toten nicht wieder lebendig wurden. Wer sind diese anderen Toten? Es sind diejenigen, die in ihrem irdische Leben Knechte des Papsttums oder Götzendiener gewesen sind. Diese sind nicht wieder lebendig geworden und haben nicht mit Christus gelebt und regiert die tausend Jahre.

Aber eben dieses mit Christus leben und regieren nennt Johannes durch den Heiligen Geist „die erste Auferstehung“ - im Gegensatz zu der noch folgenden Auferstehung ihres Fleisches, und er schreibt: „Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung; über solche hat der andere Tod (das ist die ewige Verdammnis) keine Macht, sondern sie werden Priester GOttes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.“

 

 

7 Und wenn tausend Jahre vollendet sind, wird der Satanas los werden aus seinem Gefängnis 8 und wird ausgehen, zu verführen die Heiden in den vier Örtern der Erde, den Gog und Magog, sie zu versammeln in einen Streit, welcher Zahl ist wie der Sand am Meer. 9 Und sie traten auf die Breite der Erde und umringeten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel das Feuer von GOtt aus dem Himmel und verzehrete sie. 10 Und der Teufel, der sie verführete, ward geworfen in den feurigen Pfuhl und Schwefel, da das Tier und der falsche Prophet war; und werden gequälet werden Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit.

 

Dann schaute und weissagte Johannes, dass nach Vollendung der tausend Jahre der Satan los sein wird und die Heiden verführt. Gog und Magog versammeln sich und umringen das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Doch das Feuer von Gott aus dem Himmel macht diesem ein Ende und der Teufel wurde in den feurigen Pfuhl geworfen und wird mit dem falschen Propheten gequält.

Was bedeutet dieser dritte Teil des Bildes?

Wichtig sind drei Fragen:

a) Warum werden die zahllosen Heiden, die der Teufel verführt und im Streit versammelt, „Gog und Magog“ genannt? Antwort: Weil in den Kapiteln 38 und 39 des Buches des Propheten Hesekiel die Feinde des Volkes Gottes so genannt werden. Weiteres lässt sich nicht erklären – ohne dass man eigene Gedanken in den Text legt!

b) Was ist das „Heerlager der Heiligen“ und „die geliebte Stadt“? Antwort: Das ist die eine heilige Kirche Christi auf Erden, die „Gemeinde der Heiligen“. Sie wird vom Teufel und den von ihm verführten Heiden so heftig bekämpft!

c) Was ist das „Feuer von Gott aus dem Himmel“ und der „feurige Pfuhl“? Antwort: Das ist die ewige Verdammnis in der Hölle, die mit dem Gericht des Jüngsten Tages über den Satan und über alle von ihm Verführten und über die falschen Propheten kommen wird.

 

Was bedeutet nun der dritte Teil des Bildes?

Dies erklärt uns Johannes so: Am Ende der tausend Jahre wird der Teufel los sein und wird zahllose Heiden verführen und mit List und großer Macht gegen die Gemeinde der Christen auf Erden kämpfen. Doch dieser Kampf und Krieg wird ein jähes Ende finden durch den kommenden Jüngsten Tag und die ewige Verdammnis, in die alle Feinde Christi und der Kirche Christi kommen werden.

 

Fassen wir zusammen:

Der Teufel solltausend Jahre nicht auch noch die Heiden verführen.

Die Seelen der bis an den Tod treuen Bekenner sollen während dieser tausend Jahre mit Christus leben und regieren.

Am Ende dieser tausend Jahre soll der Teufel los werden und zahllos viele Heiden und Ungläubige verführen und zum Kampf gegen die Kirche Christi versammeln.

Diesem Kampf bereitet Gott mit dem Jüngsten Tag ein Ende.

Was heißt das alles?

 

  • Was heißt, dass der Teufel die Heiden nicht auch noch verführen solle, und wozu soll der Teufel die Heiden nicht verführen? Antwort: Dies lehrt Johannes im 8. Vers: Da wird geweissagt, dass wenn der Teufel los sein würde aus seinem Gefängnis, so würde er die Heiden verführen – nämlich sich zum Kampf gegen die Gemeinde der Christen auf Erden zu versammeln. Aber dazu soll der Teufel tausend Jahre keine Möglichkeit haben.

  • Sind damit 1000 Erdenjahre gemeint? Antwort: Nein! Denn die Zahlen in der Offenbarung des Johannes sind symbolisch (bildhaft). Die ganze Offenbarung redet ja in Bildern.

  • Was sind diese tausend Jahre? Antwort: Sie stehen für eine lange Zeit. Das heißt: Viele, viele Jahre verhindert Gott, dass der Teufel die Heiden zum Kampf gegen die Kirche Christi versammelt.

  • Was heißt, dass der Teufel nicht auch noch die Heiden verführen sollte? Antwort: Die Heiden sind die Völker und Menschenmassen, die außerhalb der christlichen Kirche stehen – die Kinder des Unglaubens. Es ist ja dem Teufel ein Leichtes, die Ungläubigen gegen die Gemeinde Christi aufzuhetzen. Aber dies verwehrt Gott ihm tausend Jahre – also eine lange, lange Zeit. Von dieser Seite aus sollte die Kirche lange Zeit Ruhe und Frieden haben.

  • Was heißt, dass die Seelen der bis an den Tod treuen Bekenner während dieser tausend Jahre mit Christus leben und regieren? Antwort: Einerseits wird die Kirche Christi eine lang Zeit Ruhe haben, andererseits sind bis dahin viele viele mutige Bekenner um ihres Glaubens willen vertrieben, gefoltert und getötet worden. Kommen die nun nicht zu kurz? Sie haben ja nun nichts mehr davon, dass dem Teufel die blutige Verfolgung der Kirche auf Erden verwehrt wird. Antwort: Nein, sie kommen nicht zu kurz. Gott richtet nun den Blick des Johannes gen Himmel. Dort sieht er die „Seelen der Enthaupteten um des Zeugnisse Jesu und um des Wortes Gottes willen…“. Diesen wird „gegeben das Gericht“. Die auf Erden vor den Richterstühlen der Mächtigen um ihres Glaubens und um des Wortes Gottes willen unschuldig verurteilt und dann getötet wurden, die erhebt der barmherzige Gott zu Richtern über seine und ihre Feinde (vergleiche Matth. 19,28). Nun rufen sie zu Gott und bitten um das gerechte Gericht (Offbg. 6,10: „Und sie schrieen mit großer Stimme und sprachen: HErr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?“). Christus lebt in Herrlichkeit, sie auch! Alles Böse liegt unter Christi Füßen, unter ihren auch! Während auf Erden die Kirche tausend Jahre (eine lange Zeit) Ruhe und Frieden vor Angriffen der Heiden hat (aber immer noch genug Anfechtung und Trübsal), sitzen die um ihres Glaubens willen Getöteten auf dem Thron bei Christus. Auf Erden mussten sie leiden und wurden gehasst und verspottet, nun werden sie in alle Ehren erhoben und getröstet: Sie leben und regieren mit Christus ewig!

  • Nach den tausend Jahren (also wenn eine lange lange Zeit vergangen ist) wird der Teufel für kurze Zeit los ein und die Heiden versammeln zum Streit gegen die Kirche. Sie kommen mit „groß Macht und viel List“. Sie kämpfen mit falscher Lehre, mit widerchristlicher Philosophie, mit einer Wissenschaft, die Gott verleugnet und verspottet, und sie kommen mit roher Gewalt und Bedrängnis gegen die Christen. Doch dann wird der Jüngste Tag kommen und Gott selbst wird allem Bösen ein Ende bereiten. Er wird den Teufel und sein Heer verdammen in die Hölle.

  • Wo sind diese tausend Jahre, diese lange lange Zeit? –in der Vergangenheit, in der Gegenwart oder in der Zukunft? Damit hängt ja uch der Kampf des Teufels und der versammelten Heiden gegen die Kirche Christi zusammen. War dieser Kampf schon? oder stehen wir jetzt darin? oder kommt er erst noch? Antwort: Diese tausend Jahre sind schon dagewesen. Sie sind in der Vergangenheit zu suchen. Die Weissagung weist ja nicht auf eine Zeit der vollkommenen Glückseligkeit der Kirche. Das Reich Gottes auf Erden ist immer ein Reich des Kreuzes! (Apg. 14,23: „wir müssen durch viel Trübsal in das Reich GOttes gehen.“). Eine Zeit der völligen Ruhe hat es nie gegeben und wird es nie geben! Wir suchen in der Geschichte vielmehr eine Zeit, in der der Teufel nicht auch noch die Vielzahl der Heiden in den Krieg gegen die Gemeinde Christi gezogen hat (wobei er dennoch sein böses Werk weiter trieb! aber eben dies eine nicht auch noch tun sollte). Wo ist sie zu finden? Antwort: Es ist die Zeit der Jahrhunderte nach dem Jahr 325, in denen sich die christliche Kirche ausbreitete. Der römische Kaiser Konstantin schützte damals die Kirche. Vorher gab es furchtbare Christenverfolgungen. Dann aber breitete sich die Kirche über die ganze Welt aus. Von da an bis zum Ende des Mittelalters hatte die christliche Kirche die Oberhand. Zwar kann man von einer geistlichen Blütezeit nicht sprechen, aber davon ist im Text ja auch nicht die Rede. Es war eine Zeit, in der der Teufel nicht auch noch die Menge der Heiden gegen die Kirche versammeln sollte.

  • Die Seelen der Enthaupteten (zur Zeit der heidnischen römischen Kaiser) und die nicht angebetet hatten das Tier (das Papstreich) noch sein Bild und die sein Malzeichen nicht genommen hatten... denen also die tausend Jahre auf Erden nicht zugute gekommen waren, die kamen doch nicht zu kurz, sondern regierten mit Christus im Himmel.

  • Und wenn nun diese tausend Jahre vollendet sind (in dieser Zeit leben wir), wird der Satan eine kleine Zeit los sein und ausgehen und die Heiden verführen.

 

So ist der letzte allgemeine Streit und Kampf gegen die Kirche Christi jetzt da!

 

1. Der Islam ist auf dem Vormarsch.

2. Der Unglaube und die Gottlosigkeit nehmen erschreckend zu.

3. Falsche Lehre und gottloses Leben werden von fast allen Kirchen verbreitet.

4. Der Antichrist, das römische Papsttum, grünt und blüht (davon weissagt die Offenbarung in den Kapiteln 10 bis 19).

 

Auf dein Zukunft, o Herre Christ,
hoffen wir alle Stunden;
der Jüngste Tag nicht fern mehr ist,
dran werden wir entbunden.
Hilf uns, dass wir fein wacker sein,
wenn du mit allen Engelein
zu deim Gericht wirst kommen.

 

O Jesu Christ, du machst es lang

mit deinem Jüngsten Tage;

den Menschen wird auf Erden bang

von wegen vieler Plage.

Komm doch, komm doch, du Richter groß,

und mach uns bald in Gnaden los

von allem Übel. Amen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schwärmerei der Chiliasten

 

 

 

Der Name „Chiliasten kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Anhänger der Lehre vom tausendjährigen Reich“. Das sind Leute, die hier auf Erden ein ganz besonderes Reich Christi erwarten und sich dabei auf eben das 20. Kapitel der Offenbarung St. Johannes berufen.

 

Es ist sehr schwierig, ja fast unmöglich, die Lehre der Chiliasten kurz und bündig darzulegen, denn es gibt davon viele verschiedene Richtungen, die einander widersprechen. Es gibt „gemäßigte“ Chiliasten und solche, die sich den wildesten Vermutungen hingeben.

 

Hier soll kurz der „Durchschnittschiliasmus“ dargestellt werden: Was wir im m20. Kapitel der Offenbarung lesen, soll sich nach der Meinung der Chiliasten nach dem zutragen, was im 19. Kapitel der Offenbarung geweissagt ist. Das heißt: Sie glauben, dass Satan gebunden wird und die getöteten Bekenner mit Christus regieren nach dem Endgericht über den Antichrist (Kap. 19). Das kann jedoch keinesfalls richtig sein, das Endgericht am Antichrist vollzieht der HERR erst am Jüngsten Tag „durch die Erscheinung seiner Zukunft“, also wenn Christus wiederkommt, zu richten die Lebendigen und die Toten (2.Thess. 2,8). Darum kann hier auf Erden zeitlich auf das Endgericht nichts weiteres folgen.

 

Die Chiliasten glauben nicht, dass das römische Papsttum der Antichrist ist. Sie erwarten ihn erst noch in der Zukunft.

Sie meinen, dass am Ende der Machtzeit des Antichristen der HERR wiederkommen wird, um über den Antichrist und dessen Propheten Gericht zu halten und sie schließlich in die Hölle stürzen wird. Diese Widerkunft Christi aber ist nach ihrem Glauben noch nicht die letzte Wiederkunft Christi zum Jüngsten Gericht. am Jüngsten Tag. Vielmehr komme Christus wieder, um den Antichrist zu stürzen und auf Erden ein Reich aufzurichten. Dies soll 1000 Jahre währen. In dieser Zeit sei der Satan in der Hölle gefangen und könne darum auf Erden nichts Böses anrichten.

Dann würden die Stühle (Throne des Gerichts) aufgestellt, und daruf würden sich die zwölf Apostel und Paulus setzen. Sie sollen Gericht halten und entscheiden, wer von den bereits gestorbenen Frommen auferweckt werden soll, damit sie gleich ihnen schon jetzt leben. Die anderen Toten würden nicht auferweckt bis die 1000 Jahre um sind. Das sei die erste Auferstehung.

Dann, so sagen de Chiliasten, würden alle Völker auf Erden Christus verehren und ihm huldigen – nicht alle gern und willig, aber alle werden von Christi Macht überwältigt sein. Der Satan kann sie ja nicht verführen, weil er in der Hölle gefangen und versiegelt ist.

In den verschiedenen Ländern der Erde werden Throne stehen, auf denen die Seelen der Enthaupteten sitzen (die heiligen Märtyrer) als Könige und Priester. So werde dann ein tausendjähriges Reich der christlichen Kirche auf Erden sein voller Ruhe und Frieden. Sünde wird es zwar geben, aber sie wird macht- und kraftlos sein, weil der Satan ja gefangen ist.

Der Mittelpunkt dieses erträumten irdischen Reiches wird Kanaan sein mit seiner herrlich wiedererbauten Stadt Jerusalem und dem Tempel. Diese Stadt werden dann die Juden innehaben, denn sie seien auch jetzt noch Gottes auserwähltes Volk. Die Juden nämlich würden gleich am Anfang des tausendjährigen Reiches alle zu Christus bekehrt. In ihrer Mitte würde Christus in Jerusalem thronen und die Völker würden dann Wallfahrten nach Jerusalem machen und den Tempel besuchen.

Nach tausend Jahren, sagen die Chiliasten, wird alles anders werden, denn dann wird der Satan wieder aus der Hölle heraus gelassen, wird die Heiden verführen und die heilige Stadt Jerusalem belagern und schließlich alle Throne der Heiligen stürzen.

Diesem wird Christus ein Ende bereiten und zum zweiten Mal wiederkommen. Dann erst wird der Jüngste Tag sein, dann wird Feuer vom Himmel fallen…

 

Die Lehre vom „tausendjährigen Reich“ ist gegen die Heilige Schrift!

 

 

Diese Lehre der Chiliasten ist ganz und gar schriftwidrig. Sie legen ihre eigenen Gedanken, Wünsche und Vorstellungen in den Text des 20. Kapitels und ziehen Bibelstellen als „Beweis“ heran, die sie verdrehen, missdeuten und nach ihrem Gutdünken auslegen.

 

Wo steht im 20. Kapitel auch nur ein Wort von einem sichtbaren Erscheinen und Wohnen und Herrschen Christi auf Erden während der tausend Jahre vor dem Jüngsten Tag?

 

Wo steht auch nur ein Wort vom Leben und Regieren der getöteten Bekenner und Apostel auf Erden?

 

Wo ist etwas vom tausendjährigen Reich auf Erden gesagt?

 

Wo steht, dass ganz Israel sich bekehren wird und alle Völker dem HERRn Christus huldigen?

 

Die Hl. Schrift lehrt überall, dass Christus einmal wiederkommen wird – und zwar zum Jüngsten Gericht. Sie lehrt, dass es nur eine Auferstehung gibt.

 

Gottes Wort sagt, dass die Kirche Christi auf Erden immer ein Kreuzreich sein wird, und dass wir „durch viel Trübsal in das Reich Gottes gehen müssen“.

 

Die Schwärmerei vom „tausendjährigen Reich“ gehört zu den Irrlehren und Plagen, von denen die Kirche Christi bedrückt und geärgert wird bis an den Jüngsten Tag.

 

 

 

Die Lehre vom „tausendjährigen Reich“ ist gegen das lutherische Bekenntnis!

 

 

Chiliasten weichen (falls sie sich „lutherisch“ nennen) von den Bekenntnissen der evangelisch-lutherischen Kirche ab – indem sie…

- das Papsttum nicht für den geweissagten Antichrist halten

- mehr glauben als die altkirchlichen Bekenntnisse sagen

 

 

Gegen die Irrlehre vom tausendjährigen Reich

sagt unser lutherisches Bekenntnis:

 

Augsburgische Konfession, Artikel 17
Von Christi Wiederkunft und Gericht

Auch wird gelehrt, daß unser HErr JEsus Christus am jüngsten Tage kommen wird, zu richten und alle Toten auferwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude geben, die gottlosen Menschen aber und Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen.

Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, so lehren, daß die Teufel und verdammten Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden.

Item [Ebenso], hier werden verworfen etliche jüdische Lehren, so sich auch jetzt ereignen, daß vor der Auferstehung der Toten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlosen vertilgen werden.

Anmerkung

Unser Bekenntnis nennt die Irrlehre vom tausendjährigen Reich „jüdische Lehren“. Warum? Die Juden sehnten sich nach einem irdischen Gottesreich. Darum hatten sie eine fleischlich-irdische Vorstellung vom Reich des Messias. Sie hofften, wenn er komme, so werde er die römischen Besatzer aus dem Land vertreiben und das Reich Israel so herrlich aufrichten, wie es zur Zeit des Königs David war.

Auch die Apostel erlagen noch hin und wieder dieser falschen Vorstellung. Darum sprachen die Emmausjünger: „Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen.“ (Luk. 24,21).

beim Einzug Jesu in Jerusalem: „…und sie meineten, das Reich GOttes sollte alsbald offenbart werden…“ (Luk. 19,11).

und bei der Himmelfahrt Christi fragten die Apostel den HERRn: „HErr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel?“ (Apg. 1,6).

Erinnern wir uns auch an die Bitte der Mutter der Söhne des Zebedäus: „Laß diese meine zwei Söhne sitzen in deinem Reiche, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken.“ (Matth. 20,20).

All diese irrigen Vorstellungen wehrt Christus ab und belehrt die Apostel: Sein Reich ist hier auf Erden immer ein geistliches Reich, ein Reich der Gnade, verborgen im Herzen durch den Glauben. Sichtbar und herrlich wird es erst dann, wenn Christus die Seinen vom Gnadenreich hinüberführt in das himmlische Ehrenreich. Dies ist auch ersichtlich aus folgender Schriftstelle:

Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten GOttes. Trachtet nach dem, was droben ist, und nicht nach dem, was auf Erden ist! Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christo in GOtt. Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit.“ (Kol. 3,1-4).

... und Luthers Kleiner Katechismus,
im 3. Artikel des Glaubens:

 

... und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird”

Daraus folgt, daß der Chiliasmus falsch ist; denn die Chiliasten sagen, am jüngsten Tage würden nur die Bösen und die nicht besonders fromm gewesen sind, auferstehen, während die Frommen schon tausend Jahre früher auferstanden seien: aber siehe, nach deinem Katechismus gibt es nur Eine Auferstehung.

 

 

 

 

 

Dass das römische Papsttum der geweissagte Antichrist ist, sagt unser lutherisches Bekenntnis (Beispiele)

 

 

Apologie der Augsburgischen Konfession

Von den menschlichen Satzungen (XV, 18)

 

18] Und was bedarf diese öffentliche Sache vieler Worte? Wenn die Widersacher diese Gottesdienste also verteidigen, als seien es Werke, dadurch man Vergebung der Sünden und Seligkeit verdient, so richten sie öffentliche antichristische Lehre und Reich an. Denn das Reich Antichristi ist eigentlich ein solch neu Gottesdienst, durch Menschen erdichtet, dadurch Christus verworfen wird, wie Mahomets Reich selbsterwählte Gottesdienste hat, eigenen Werke, dadurch sie vor Gott vermeinen heilig und fromm zu werden, und halten nicht, daß man allein durch den Glauben an Christum gerecht werde. Also wird das Papsttum auch ein Stück vom Reich Antichristi, so es lehrt, durch Menschengebote Vergebung der Sünden zu erlangen und Gott [zu] versöhnen. Denn da wird Christo seine Ehre genommen, wenn sie lehren, daß wir nicht durch Christum, ohne Verdienst gerecht werden, durch den Glauben, sondern durch solche Gottesdienste, sonderlich wenn sie lehren, daß solch selbsterwählter Gottesdienst nicht allein nütze sei, sondern auch nötig. Wie sie denn oben im achten Artikel halten, da sie das verdammen, daß wir gesagt, zu rechter Einigkeit der Kirche sei nicht not, daß allenthalben gleichförmige Menschensatzungen seien. 19] Daniel, im 11. Kapitel, malt das Reich Antichristi also ab, daß er anzeigt, daß solche neü Gottesdienste, von Menschen erfunden, werden die Politia und das rechte Wesen des antichristischen Reichs sein.

 

Von der Messe (XXIV, 51)

51] Denn es ist kein Ding, das die Leute mehr bei der Kirche behält denn die gute Predigt. Aber unsere Widersacher predigen ihre Leute aus der Kirche; denn sie lehren nichts von den nötigen Stücken christlicher Lehre, sagen Heiligenlegenden und andere Fabeln. Über das, wo unsere Widersacher ihre Kerzen, Altartücher, Bilder und dergleichen Zier für nötige Stücke [achten] und damit Gottesdienste anrichten, sind sie des Antichrists Gesinde, davon Daniel sagt, daß sie ihren Gott ehren mit Silber, Gold und dergleichen Schmuck.

 

Von der Messe (XXIV, 97.98)

Denn die guten, frommen Väter haben diesen greulichen, lästerlichen, antichristischen Irrtum nicht gelehrt, das die Messe ex opere operato den Lebendigen und Toten Vergebung [der] Pein und Schuld verdiene. Denn dieser Irrtum vom opere operato ist eine öffentliche Ketzerei wider alle Schrift, wider alle Propheten und Apostel, und alle Christen sollen lernen, daß solche papistische Messen eitel schreckliche Abgötterei seien. Es bleibt aber in der Welt solche Abgötterei, solange der Antichrist regiert und bleibt. 97] Denn wie in Isräl ein falscher Gottesdienst ward angerichtet mit Baal, auch unrechte Gottesdienste waren unter dem Schein des Gottesdienstes, den Gott geordnet hat, also hat der Antichrist in der Kirche auch einen falschen Gottesdienst aus dem Nachtmahl Christi gemacht. Und doch, wie Gott unter Isräl und Juda dennoch seine Kirche, das ist, etliche Heilige, behalten hat, also hat Gott seine Kirche, das ist, etliche Heilige, unter dem Papsttum dennoch erhalten, daß die christliche Kirche nicht ganz untergegangen ist. Wiewohl nun der Antichrist mit seinem falschen Gottesdienst zum Teil bleiben wird, bis daß Christus der Her öffentlich kommen und richten wird, so sollen doch alle Christen verwarnt sein, sich zu hüten vor solcher Abgötterei, und sollten lernen, wie man Gott recht dienen und Vergebung der Sünden durch den Glauben an Christum erlangen soll, daß sie Gott recht ehren und beständigen Trost wider die Sünde haben können. Denn darum hat Gott gnädiglich sein Evangelium scheinen lassen, daß wir verwarnt und selig würden.

 

Exkurs zum Antichrist

 

DER ANTICHRIST

 

 

Es gibt einen „Antichrist“ 1Joh 2,18

Der Antichrist ist ein Zeichen der letzten Zeit s.u.

Mit seinem Eintreffen ist der ‘große Abfall’ verbunden s.u.

Bevor Christus wiederkommt, muß der Antichrist erscheinen 2Thess 2,3

 

 

Wir unterscheiden nach den Aussagen der Heiligen Schrift den Antichrist im weiteren und den Antichrist im engeren Sinn.

 

1Joh 2,18 Hier werden alle Irrlehrer ‘Antichristen’ genannt.

‘Antichristen’ sind darum alle falschen Lehrer, weil in der Kirche Christi allein Gottes Wort gelehrt werden soll (Matth 28,20; Joh 8,31f.; 17,20; 1Petr 4,11; 1Tim 6,3ff.)

 

2Thess 2,3-12 Hier wird das Wort ‘Antichrist’ in einem engeren Zusammenhang gebraucht: zur Bezeichnung eines Widersachers Christi, in dem die vielen ‘Antichristusse’ zusammengefaßt sind. In diesem einen Antichrist tritt der ‘große Abfall’ in Erscheinung.

Darum finden wir in 1Joh 2,18 neben den vielen den einen Antichrist, der kommen soll.

 

In diesen hier erschienenen Antichristen ist schon der Geist des einen noch ausstehenden wirksam, wie Paulus 2Thess 2,7 schreibt: „Es regt sich schon die Bosheit heimlich.“

Dies geschah schon zur Zeit der Apostel durch aufkommende falsche Lehre: Röm 16,17.18; 1Tim 4,1-3; 6,3-5 und Herrschsucht: Phil 1,15; 3Joh 9.10.

 

Die Erkennungszeichen des Antichristen:

 

2Thess 2,1-12

 

allgemein:

 

Vers 3: Sein Wirken ist mit dem Abfall vom christlichen Glauben verbunden.

Verse 10-12: Er vertritt kräftige Irrtümer und Lüge.

Seine Anhänger haben die Liebe zur christlichen Wahrheit nicht angenommen, darum gehen sie verloren.

 

speziell:

 

Vers 4: Er hat seinen Sitz ‘im Tempel’, also in der christlichen Kirche (nicht von einem Götzentempel aus, denn Paulus nennt Götzentempel nie ‘Tempel’ oder ‘Haus Gottes’, vgl. 1Kor 3,16ff.; 1Tim 3,15; 2Tim 2,20).

Käme der Antichrist von einem Götzen her, wäre er für Christen nicht ‘Geheimnis der Bosheit’, sondern offenbare Bosheit (Vers 7 wörtl.)

So entspricht sein Auftreten dem ‘Sitzen im Tempel’: Er erhebt sich über Gott und den Gottesdienst (Gottes Dienst an uns).

Er erhebt sich über alle Autorität in der Welt (vgl. 1Kor 8,5.6, wo Paulus von Gott eingesetzte Obrigkeit ‘Götter’ nennt) , sogar über Gott selbst.

Er gibt darüber hinaus zu verstehen, er sei Gott!

Vers 9: Er wird vom Satan gestützt mit lügenhaften Kräften, Zeichen und Wundern (Lüge: Joh 8,44; Wunder: 2Mose 7,10-12).

Vers 10: Verführung zur Ungerechtigkeit, entgegen der Gerechtigkeit durch Christus (Röm 3,28).

Vers 8: Der Antichrist wird bleiben bis zum Jüngsten Tag, dann wird Christus „ihm ein Ende machen durch die Erscheinung seiner Zukunft“ (= Wiederkunft).

1Tim 4,1-3: Gleisnerei (äußerliche Tugend und Herrlichkeit), Lügenrede; Eheverbot; Fastengebot.

 

Wer ist dieser ‘Antichrist’?

Viele meinten, es sei ein politischer Herrscher (z.B. früher: Nero, Napoleon, Lenin oder Hitler; heute: Gorbatschow [vgl. factum 9/1996, S. 4ff.]. Dies aber ist ein verhängnisvoller Irrtum, denn die Heilige Schrift lehrt folgendes…

 

Der geweissagte ‘Antichrist’ im engeren Sinn das römische Papsttum.

 

1. Im Papsttum trat der größte Abfall vom christlichen Glauben hervor.

 

2. Zum Beispiel: Röm 3,28: „So halten wir nun, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“

Dem setzt das Papsttum das unfehlbare Dogma entgegen: „Wer behauptet, daß der sündige Mensch durch den Glauben allein gerechtfertigt werde und darunter versteht, daß nichts anderes als Mitwirkung zur Erlangung der Rechtfertigungsgnade erfordert werde, und daß es in keiner Weise notwendig sei, sich durch die eigene Willenstätigkeit zuzurüsten und zu bereiten, der sei ausgeschlossen.“ [746]1 und „Wer behauptet, der rechtfertigende Glaube sei nichts anderes als das vertrauen auf die göttliche Barmherzigkeit, die um Christi willen die Sünden nachläßt, oder dieses Vertrauen allein sei es, wodurch wir gerechtfertigt werden, der sei ausgeschlossen.“ [749]2


3. Das Papsttum ist nicht außerhalb, sondern innerhalb der christlichen Kirche.

 

4. Der Papst erhebt sich zum Herrscher über die Christenheit: Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum heil notwendig: Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir.“[342]3 und „Wenn also die Griechen oder andere sagen, sie seien nicht Petrus und seinen Nachfolgern anvertraut, so müssen sie auch notwendig eingestehen, daß sie nicht von den Schafen Christi sind, da der Herr bei Johannes sagt: ‘Einen Schafstall nur gibt es und nur einen Hirten.’ (Joh 10,16).“ [341]4 und „Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet, glaubt fest, bekennt und verkündet, daß niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, daß die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und daß nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt.“ [350]5


5. Der Papst gibt vor, er sei Gott, indem er sich zum ‘Stellvertreter Christi für den gesamten Weltkreis macht’ [349, S. 222] und Unfehlbarkeit (das ist eine göttliche Eigenschaft!) beansprucht [383-389].

 

6. Der Papst fordert Gehorsam - nicht allein gegenüber Gottes Wort: „Wer nicht die ganze Überlieferung annimmt, die geschriebene wie die ungeschriebene, der sei ausgeschlossen.“ [78]6; nicht die Heilige Schrift in ihrem Urtext, sonder die [lateinische] Vulgate-Übersetzung ist maßgebend [85, S. 74]; allein die ‘Mutter Kirche’ bestimmt über die rechte Auslegung der Heiligen Schrift [86, S. 74,.]; die römische Gesamtkirche ist in der Erklärung der Heiligen Schrift unfehlbar [367; 368; 388; 389]; diese Unfehlbarkeit kommt auch dem Papst zu kraft seiner Vollmacht [383-389].

 

7. Der Papst verflucht den einzigen Weg zur Seligkeit und behauptet, nur wer sich ihm unterwerfe, könne selig werden.

 

8. Er urteilt über das rechte Verständnis des Wortes Gottes, beansprucht Urteilsgewalt über alle Lehre und will sich selbst von niemandem richten lassen

 

9. Er fordert auch von weltlicher Obrigkeit die Anerkennung seiner Oberhoheit.

 

10. Der in 2Thess 2 geweissagte Antichrist ist keine Einzelperson, sondern die über ihn gemachten Aussagen weisen über ein einzelnes Menschenleben hinaus (z.B. Vers 8).

 

11. Die Frage nach dem Antichrist ist eine historische. Manche wenden ein, ob es wirklich der Papst sei, könne man erst am Ende der Welt mit Gewißheit sagen. Dagegen müssen wir festhalten: Auch die Frage, ob Christus wirklich der Messias ist, war für die damaligen Juden (wie für die heutigen) eine historische Frage. Dennoch ist aus der Heiligen Schrift klar erkennbar, daß Jesus Christus in Wahrheit der Messias ist. Wenden wir die Aussagen der Bibel an, so müssen wir zugeben: Der Antichrist hat sich erkennbar vor uns hingestellt.

 

12. Das Wesen des Antichristus besteht nicht im Urteil über ehrbares Leben der Personen, die im Laufe der Zeit das Amt des Papstes innehatten, sondern im Amt selbst. Darum kann der Einwand nicht gelten, es habe auch „fromme Päpste“ gegeben. Sie alle standen an der Spitze der antichristlichen Maschinerie.

 

13. Mit allem, was das Papsttum lehrt und tut, wird die Heilige Schrift bestätigt.

 

Bekenntnisschriften zu der Tatsache, daß der eigentliche Antichrist das Papsttum ist:

 

Schmalkaldische Artikel: AS 336, 39ff.

(vgl. Luthers Schriften „Wider die Bulle des Antichrists“; „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ uvam.) LKG 19

 

Ist die ‘Lehre vom Antichrist’ eine Fundamentallehre?

 

Nein, denn allein durch die Erkenntnis Christi wird ein Mensch selig, nicht durch das Erkennen des Antichrist. „Aber jeder Lehrer in der christlichen Kirche ist schwach in der Theologie, der, obwohl er mit der historischen Erscheinung des Papsttums bekannt ist, im Papsttum nicht den in 2Thess 2 geweissagten Antichrist erkennt.“7


Erklärung:

2Thess 2,7: „... der es jetzt aufhält muß hinweggetan werden = Macht der römischen Kaiser, unter denen der Papst nicht zur Herrschaft gelangen kann.

 

Offenbarung

Offbg 13,1ff. Die beiden Tiere - das römische Weltreich - das römische Papsttum8

Zahl 666: Irenäus (Bischof von Lyon, +202 n.Chr.) nahm griechische Zahlzeichen, die zugleich Buchstaben sind und kam zu folgendem Ergebnis:

(grch.) „l =30 a =1 t =300 e =5 i =10 n =50 o =70 s= 200“ = 666 = Lateinos = „lateinisch sprechender Römer“

 

Martin Blechschmidt, ev.-luth. Pfarrer, Steeden a.d.Lahn

 

1 Neuner/ Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der lehrverkündigung, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 51958, S. 417

2 ebd. S. 418

3 ebd. S. 220

4 ebd. S. 220

5 ebd. S. 223

6 ebd. S. 70

7 D. Fr.Pieper, Christliche Dogmatik, CPH St. Louis 1920, Bd III, S. 534

8 C.M. Zorn, Die Offenbarung St. Johannis, Zwickau 1910, Seite180ff.

 


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